connect

Geschäftsbericht 2019.2020

Warum „connect“?

Liebe Freundinnen und Freunde des IW,

das IW verbindet. Im Verbund mit unseren Tochtergesellschaften liefern wir Forschung, Kommunikation und Beratung. Wir stehen in stetem Austausch mit Entscheidern in Wirtschaft, Politik und Medien und arbeiten eng mit wissenschaftlichen Institutionen weit über den ökonomischen Tellerrand hinaus zusammen. Zudem verbinden wir unsere Erkenntnisse zu fundierten Handlungsempfehlungen. Das war selten so wichtig wie angesichts der Corona-Krise, die auch uns inhaltlich und strategisch fordert wie nie zuvor.

Deshalb haben wir unseren Geschäftsbericht „IW connect“ genannt – und weil wir erstmals auf die Verbindung zwischen einem schmalen Printprodukt und einer umfangreichen Online-Variante setzen. Auf dieser Webseite finden Sie  tiefer gehende Texte, Videos, Fotos und aufwendige Interactives. 

Viel Spaß bei der Lektüre, beim Ansehen und Ausprobieren.

Ihr Michael Hüther

Und los!

Corona

Wie das Coronavirus den Alltag und die Arbeitsschwerpunkte im IW verändert

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Corona 1/3

Das Virus und die (Volks-)Wirtschaft: Wissenschaft im Corona-Modus

Eine außerordentliche Bedrohung für Gesundheit und Wohlstand in Deutschland und der Welt erfordert außerordentliche Antworten. Von der Politik, die Menschenleben schützen und das Wirtschaftsleben mit Hunderten Milliarden stabilisieren muss. Von der Gesellschaft, die durch die Corona-Krise in einer „neuen Normalität“ eingeschränkt wird. Und von der Wissenschaft, die in verschiedenen Disziplinen daran forscht, das Virus zu bekämpfen und seine Auswirkungen zu mildern.

Zur volkswirtschaftlichen Diagnose und Therapie hat das IW Corona sofort in den Blick genommen. Ende Februar wurden erste Folgen der Pandemie für Chinas Wirtschaft und die globalen Lieferketten absehbar. Das war der Startschuss für die IW-Wissenschaft, in enger Taktung und mit breitem Themenspektrum Analysen, Prognosen und Empfehlungen zu den volkswirtschaftlichen Dimensionen der Krise zu veröffentlichen; über 150 Einträge zählte der Corona-Schwerpunkt auf der IW-Webseite schon Ende April 2020.

Gefragt bei Öffentlichkeit, Wirtschaft und Politik

IW-Direktor Michael Hüther formulierte Anfang März erste Forderungen an die Politik, die er gemeinsam mit anderen prominenten Volkswirten vor der Bundespressekonferenz vorstellte.

Seither liefern der Direktor und zahlreiche IW-Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Fachgebieten ökonomisch fundierten und öffentlichkeitswirksamen Corona-Input von Arbeitsmarkt bis Weltwirtschaft, von Homeschooling bis Steuerpolitik, von Immobilienpreisen bis Pharma-Forschung. Die Nutzerzahlen des Corona-Schwerpunkts auf der IW-Webseite belegen, dass das Institut mit seiner Themensetzung richtig liegt: Im März und April griffen mehr als 15.000 Besucher auf die Seite zu – knapp ein Viertel der Gesamtbesucher.

Gefragt ist der Rat aus Köln auch in Politik und Wirtschaft. So ist Hüther als Mitglied der Task Force von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in die Krisenbewältigung eingebunden und steht im regelmäßigen Austausch mit Verbänden. In dieser Funktion war Hüther auch Gast bei Anne Will Mitte April 2020. Seine Kernaussagen sind in der ARD-Mediathek zu finden. Hinzu kamen Beratungsgremien in verschiedenen Bundesministerien, in erster Linie jenen für Wirtschaft und für Finanzen. Aber auch an einem sehr frühen Papier mit einer Folgenabschätzung des Bundesinnenministeriums waren der IW-Direktor und IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt beteiligt.

„Wir denken Virus und Wirtschaft zusammen“

„Wir kennen die Herausforderungen, die es für die Unternehmen und den Standort Deutschland schon vor der Krise gab“, sagt Hüther. „Durch unsere kurzen Drähte gerade in die Industrie haben wir auch deren wachsende Corona-Sorgen gehört und inhaltlich reagiert. Es steht ja völlig außer Frage, dass Corona das beherrschende Thema ist und auf absehbare Zeit bleiben wird.“ Als wirtschafts- und politiknahes Institut sei das IW prädestiniert, das Virus und die Volkswirtschaft zusammenzudenken: „Welche Gewissheiten stellt Corona infrage? Auf welche Veränderungen in unserem Leben und Wirtschaften werden wir uns einstellen müssen? Wie können wir die gigantischen Wohlstandsverluste minimieren, Firmen und Arbeitsplätze schützen und auf einen Wachstumspfad zurückkehren, in Deutschland und weltweit? Und das wohlgemerkt so, dass wir nicht Wirtschaft und Gesundheit gegeneinander ausspielen, sondern so, dass wir beides gemeinsam sichern?“ Fragen, die die IW-Wissenschaftler in den kommenden Wochen, Monaten und vielleicht sogar Jahren beschäftigen werden.

Sehen Sie sich die Pressekonferenz zu den Corona-Empfehlungen der Volkswirte an:

Corona 2/3

Das Virus und der Workflow: Arbeiten im Corona-Modus

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Zunächst zuhause: Mitarbeiter des IW-Verbunds zeigen ihre Heimarbeitsplätze. Foto: IW

Es begann mit Desinfektionsmittelspendern und Händewaschanleitungen auf den Toiletten und gipfelte im verbundweiten Homeoffice: Das Coronavirus fordert das IW nicht nur inhaltlich, sondern auch organisatorisch. Im Interesse des Gesundheitsschutzes waren von Mitte März 2020 an sämtliche Mitarbeiter vier Wochen lang nur vom heimischen Schreibtisch aus tätig. Seitdem gibt es Lockerungen, eine langsame Rückkehr zum Arbeiten vor Corona ist das Ziel. Wer etwa alleine seine Kinder betreut, kann jedoch auch bis auf Weiteres im Homeoffice bleiben, wer ins Institut kommt, muss Abstands- und Hygieneregeln beachten. Die Abteilung Einkauf und Logistik hat einen mehrstufigen Plan zur Nutzung von Büro- und Meetingräumen vorgelegt, mit dem die Arbeitsorganisation wieder hochgefahren werden kann.

„Wichtigstes Ziel ist und bleibt, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen“, sagt IW-Personalleiterin Ulrike Kenkenberg. „Hinzu kommt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Wenn Kitas geschlossen sind und Schulen nur schrittweise öffnen, ist es selbstverständlich, dass wir unseren Mitarbeitern große Flexibilität bei der Gestaltung von Arbeitszeiten und Arbeitsorten geben.“

Gute Voraussetzungen fürs mobile Arbeiten

Flexibilität wird dadurch erleichtert, dass die meisten Tätigkeiten im IW-Verbund durchaus krisentauglich sind: Sie erfordern einen Tisch, einen Stuhl, einen Laptop und einen Internetzugang. Mitarbeiter mussten sich zwar in neuen Abläufen und mit neuer Technik zurechtfinden. Dabei hat sich aber ausgezahlt, dass das IW stark in seine IT-Infrastruktur investiert hat. Der Zugriff von zu Hause auf das Firmennetzwerk und die dort installierte Software lief vom ersten Moment an stabil. Außerdem hat sich die Daten-Cloud des IW in der Krise bewährt: Sie ermöglicht die gemeinsame Arbeit etwa an Textdokumenten und Excel-Kalkulationen und ist so zumindest ein Teilersatz für Teamwork von Angesicht zu Angesicht.

Dass es durch fehlenden persönlichen Kontakt oder hakelige Videokonferenzen auch Reibungsverluste geben kann, liegt nahe. Die Zwischenbilanz zum mobilen Arbeiten in der Corona-Krise fällt jedoch positiv aus: „Unser Eindruck ist, dass die Mitarbeiter gut mit den Veränderungen klarkommen. Beispiel Wissenschaft: Der Output der Kolleginnen und Kollegen ist enorm, und generell scheinen Produktivität und Arbeitszufriedenheit hoch zu bleiben“, sagt Kenkenberg. Welche Erfahrungen das IW aus der Corona-Krise in die Arbeitswelt „danach“ adaptiert, wird sich erst zeigen: „Für eine Antwort darauf ist es noch zu früh“, betont die Personalchefin.

Corona 3/3

Das Virus und der Werkstattbericht: Wie ich zum Corona-Podcasten kam

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Nicolas Schöneich. Foto: IW Medien

Eigentlich ist Nicolas Schöneich Textchef im Team Crossmedia Content der IW Medien. In der Corona-Krise spricht er aber auch: als Gastgeber des Podcasts „Corona und die Wirtschaft“, den die IW Medien mit Wissenschaftlern aus dem IW produziert hat. Zur Idee und den Entstehungsbedingungen hat er sich selbst befragt, denn er ist zugleich Autor dieses Geschäftsberichts:

Was qualifiziert dich als Podcast-Gastgeber?
Gute Frage. Ich behaupte: mein oberflächliches Fachwissen, mein gewinnendes Wesen und meine unbedingte Seriosität.

Sehr witzig. Und wie lautet die tatsächliche Antwort?
Ich rede eben gerne und … Nein, ernsthaft: Wir haben einen Podcast konzipiert, weil wir wollen, dass die Einschätzungen und das Wissen aus dem IW in der Corona-Krise auf möglichst vielen Kanälen in die Öffentlichkeit kommen. Und als IW Medien haben wir die Möglichkeit, uns im Audiobereich zu entwickeln. Podcasts lassen sich einfach nebenher konsumieren, zugleich bleibt das Gehörte gut im Kopf. Wichtig war uns, dass wir die Stärke des IW-Verbunds nutzen: Wir haben den Podcast als Gespräch unter Kollegen aufgesetzt, dem die Hörer lauschen und daraus Wissen ziehen können. Das ist quasi der Ersatz für den persönlichen Austausch, den Agentur und Wissenschaft in vielen Projekten pflegen. So entstehen echte Dialoge statt dem reinen Abarbeiten von Fragebögen. Die Gespräche verlaufen in sehr angenehmer Stimmung. Sowas festigt natürlich die Bande im Verbund, wenn beide Seiten merken, was mit den anderen so „geht“.

Als Textchef wäre dir eine flotte Alliteration wie „Das Virus und die Wirtschaft“ als Titel doch bestimmt lieber gewesen …
Natürlich. Allerdings ist uns der RBB dabei 24 Stunden zuvorgekommen: Deren Podcast ausgerechnet mit DIW-Präsident Marcel Fratzscher heißt so, wie wir auch heißen wollten. Also sind wir „Corona und …“. Aber, wenn ich das noch hinzufügen darf: Unser großer Vorteil ist, dass wir mehr als nur eine Stimme haben. Bei uns kommen unterschiedliche IW-Wissenschaftler zu Wort, zum Immobilienmarkt, zur Weltwirtschaft, zur Digitalisierung, zum Gesundheitswesen.

 

Wie läuft so eine Podcast-Produktion ab?
Wir überlegen uns Themen, kontaktieren die zuständigen Experten – und bekommen jedes Mal Zusagen. Das Interesse am Format „Podcast“ scheint in der Wissenschaft groß zu sein. Natürlich achten wir auch auf Aktualität: Als das IW einen ersten Stufenplan für den Exit aus dem Corona-Stillstand vorgelegt hat, haben wir dazu einen Podcast mit Hubertus Bardt produziert, einem der Leiter der IW-Wissenschaft.

Zwei Kolleginnen erstellen die Skripte mit möglichen Fragestellungen und einer Gesprächsstruktur, ein bisschen lese ich mich dann auch selbst ein. Allerdings: Kaum geht es los mit der Aufnahme, werden die Skripte schnell obsolet, wenn mein Gast drei Themen in einer Antwort abräumt … Die Aufnahme selbst ist tatsächlich die größte Herausforderung, vor allem, eine gute Tonqualität zu erzeugen. Wir schneiden an beiden Enden die Tonspuren mit, also ich meine und der Gast seine. Ich sitze inzwischen in unserem Gästezimmer, wenn ich aufnehme. Darin stehen die meisten Möbel, es hat also den geringsten Hall. Vor mir das Aufnahmegerät an einem Mikrofonständer auf unserem Bügelbrett – man muss halt improvisieren. Mein Kollege Kevin Stark ist unser Qualitätswächter, er hat mich durch mein halbes Haus gescheucht, bis ihm der Sound passte. Außerdem mäkelte er an meinen S-Lauten herum, weil die angeblich so laut sind. Und er hat mir erklärt, was ein Popkiller ist: keine Punkband, sondern das Ding, das man vors Mikro klappt, damit die „Pop“-Laute der Lippen gedämpft werden. Echte Weiterbildung also.

Klingt aufwendig.
Man muss sich halt darauf einlassen. Ich denke, wir muten unseren Gästen viel mehr zu: Dadurch, dass wir nicht einfach die Videokonferenz mitschneiden, in der wir uns unterhalten, müssen die Wissenschaftler die Zeit und die Nerven mitbringen, um Vieles technisch selbst vorzubereiten. Aber die Teilnahmebereitschaft ist wirklich toll. Deshalb an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an die Kolleginnen und Kollegen, die mit mir gesprochen haben.

Schon Pläne für weitere Podcasts?
Der Corona-Podcast war ein Pilotprojekt, das wir erstmal für 15 Folgen gestemmt und daraus wichtige Learnings über Inhalte, Produktion und Vermarktung gezogen haben. Insofern sehe ich uns gut gerüstet, Kunden über das Format zu beraten oder am liebsten natürlich eins für sie zu entwickeln und zu produzieren. Bei meinen persönlichen Ambitionen bin ich zurückhaltend: Ich rede zwar gerne. Aber ich habe gemerkt, dass ich mir nur ungern zuhöre.

Standort Deutschland

Was nötig ist, um den Standort zu sichern und zukunftsfähig zu entwickeln

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Standort Deutschland 1/5

Investitionen und Regionen: Wie und wo die Standortzukunft gesichert wird

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Siegerehrung beim Hans-Matthöfer-Preis 2020: Kurt Beck (M.), Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung, und SPD-Chef Norbert Walter-Borjans (4. v. l.) im Kreise der Preisträger. Foto: Mark Bollhorst

Umfassende Investitionen in Deutschlands Infrastruktur waren ein Thema, das das IW über das gesamte Jahr 2019 begleitete. Im Frühjahr hatte sich IW-Direktor Michael Hüther kritisch mit der Frage befasst, inwieweit die „Schwarze Null“ notwendigen Investitionen im Weg steht. Auf insgesamt 450 Milliarden Euro – verteilt über zehn Jahre und politischen Begehrlichkeiten durch einen transparenten, strikt dem Investitionsziel gewidmeten Fonds entzogen – bezifferte Hüther die Bedarfe in den Bereichen Verkehr, Breitband, Dekarbonisierung, Wohnen und Bildung sowie für eine Entschuldung der notleidenden Kommunen. Als separater Deutschlandfonds ist dieser Vorschlag mit der Schuldenbremse vereinbar.

Die Debatte mündete unter anderem in eine gemeinsam mit dem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) erstellte Studie zum Investitionsbedarf und seiner angemessenen Finanzierung. Die Anfrage hierzu kam vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Mitte November wurde die Studie vor der Bundespressekonferenz vorgestellt, im März 2020 erhielten die Autoren des Papiers den Hans-Matthöfer-Preis.

Zukunft der Regionen analysiert

Parallel zu der Investitionsdebatte prägte das IW im August die Berichterstattung vieler Medien mit seiner im Vorfeld der ostdeutschen Landtagswahlen veröffentlichten Regionalstudie. Gemeinsam mit dem Düsseldorfer Ökonomieprofessor Jens Südekum konnten Michael Hüther und IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer als Herausgeber dieses Buch unter dem Titel „Die Zukunft der Regionen in Deutschland – Zwischen Vielfalt und Gleichwertigkeit“ auf Einladung der Bundespressekonferenz vor der berühmten „Blauen Wand“ präsentieren.

Beide Themen fanden politisch zusammen, nicht zuletzt, indem Hüther Ende August zu der gemeinsamen Sitzung der Präsidien von CDU und CSU nach Dresden eingeladen wurde, zu Investitionen vortrug und mit den Gremien einen Vormittag lang diskutierte. Passend dazu war am Vortag in der Welt am Sonntag ein Doppelinterview mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und dem IW-Direktor erschienen.

Ausgangspunkt für Kooperationen

So ergaben sich über das Jahr diverse teils überraschende Kooperationen, die in der Corona-Krise ideologieübergreifend zum Tragen kommen sollten: Anfang März 2020 stellten sieben Ökonomen – wiederum vor der Bundespressekonferenz – ein gemeinsames Papier zu den wirtschaftspolitischen Implikationen der Krise vor. Mit dabei neben Hüther wiederum Südekum und IMK-Direktor Sebastian Dullien, der ehemalige Wirtschaftsweise Peter Bofinger, ifo-Präsident Clemens Fuest sowie Präsident des Instituts für Weltwirtschaft Gabriel Felbermayr und die Präsidentin des Centre for Economic Policy Research Beatrice Weder di Mauro.

In den folgenden Wochen trat Hüther immer wieder mit verschiedenen Co-Autoren an die Öffentlichkeit, teils mit – angesichts der Autorenschaft – überraschenden Forderungen: So entwickelte er in einem Gastbeitrag gemeinsam mit Peter Bofinger die Idee einer Negativen Unternehmenssteuer, um den Mittelstand in der Krise gezielt zu entlasten – mittlerweile ein weithin akzeptierter und unterstützter Vorschlag, etwa seitens des Beirats des Bundesfinanzministeriums sowie des Sachverständigenrats.

Standort Deutschland 2/5

Arbeitsweltberichterstattung: Gemeinsam für die Zukunft des Arbeitens

Wie wird sich unsere Arbeitswelt verändern? Und was können Unternehmen und Mitarbeiter tun, um die Arbeitswelt von morgen mitzugestalten? Fragen, die Millionen Menschen und damit die Zukunft des Standorts betreffen. Und denen das Bundesarbeitsministerium (BMAS) deshalb ein breit aufgestelltes Projekt unter Beteiligung des IW widmet: Die im Januar 2020 öffentlich gemachte „Arbeitsweltberichterstattung“ hat als Gesicht nach außen einen prominent besetzten Rat der Arbeitswelt, der SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil ab 2021 einmal jährlich einen Arbeitsweltbericht vorlegen soll.

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Der Rat der Arbeitswelt: (v. l.) Frank Bsirske, ehem. ver.di-Vorsitzender, Sinischa Horvat, Vorsitzender des BASF-Konzernbetriebsrats, Isabel Rothe, Präsidentin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Ulrich Walwei, Vizedirektor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, Iwer Jensen, ehem. Vorstandsvorsitzender der team AG, Uschi Backes-Gellner, Lehrstuhlinhaberin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Universität Zürich, Ex-Siemens-Vorstand Janina Kugel, Matthias Möreke, stellv. Betriebsratsvorsitzender des VW-Werks Braunschweig, Bettina Volkens, ehem. Lufthansa-Vorstandsmitglied und -Arbeitsdirektorin, Sabine Pfeiffer, Lehrstuhlinhaberin für Soziologie an der Universität Erlangen-Nürnberg, und Stephan Schwarz, Geschäftsführender Gesellschafter der GRG Services Berlin. Foto: BMAS/Frank Nürnberg

Flankierend entsteht ein Internetportal, auf dem Praktiker Informationen, Tipps und Anwendungsbeispiele zu Veränderungen der Arbeitswelt finden sollen. Das IW wird gemeinsam mit Prognos und dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Uni Duisburg-Essen den wissenschaftlichen Input für Berichte und Webseite liefern. „Es wird um die Veränderungen gehen, die jeder am Arbeitsplatz erlebt hat, gerade erlebt oder erleben kann“, erklärt Oliver Stettes, Leiter des Kompetenzfelds Arbeitsmarkt und Arbeitswelt am IW. Es geht um demografischen und technologischen Wandel, veränderte Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitsbedingungen, um die Zukunft der Sozialpartnerschaft, aber sicherlich auch um die Folgen von Corona für den Arbeitsmarkt – und wie Beschäftigte und Betriebe darauf reagieren können. „Solche gesammelten Analysen mit Fokus auf die betriebliche Arbeitswelt gibt es bislang nicht. Es ist hoch spannend, dass wir da so am Puls der Entwicklung sind.“

Projekt soll unterschiedliche Blickwinkel abdecken

Die Arbeitsweltberichterstattung geschieht nicht nur im Verbund mit anderen Instituten, sondern ist auch intern ein echtes IW-Verbundprojekt: Die IW Medien wird aus dem wissenschaftlichen Input Content-Formate für die Webseite entwickeln, die Praktiker wie Personaler und Betriebsräte im Arbeitsalltag unterstützen. Die IW Consult wiederum programmiert und betreut die Datenbanken mit volkswirtschaftlichen Indikatoren, die die Webseite speisen.

Derzeit stecken alle Beteiligten in der Konzeptionsphase, um im Frühjahr 2021 Ergebnisse vorlegen zu können. Spannend ist das Projekt auch, weil das BMAS darin bewusst Partner mit oft unterschiedlichen Einschätzungen – wie IW und IAQ – zusammenbringt. Und diese Vielfalt soll in den Berichten und auf der Webseite sichtbar bleiben: „Eines der Ziele des Portals ist es, zu zeigen, dass man einen Sachverhalt aus der Perspektive der Wissenschaft und auch der betrieblichen Praxis unterschiedlich bewerten kann“, betont Stettes. Denn die eine Patentlösung für die Zukunft der Arbeit von mehr als 40 Millionen Erwerbstätigen wird es nicht geben.

Standort Deutschland 3/5

Neue Arbeitswelt bei der IW Medien: Objectives and Key Results

Transparenz und Teilhabe sind wichtige Merkmale der modernen Arbeitswelt. Bei der IW Medien wird beides vorangetrieben durch die Managementmethode OKR (Objectives and Key Results), die auch Google nutzt. Was sich dahinter verbirgt und wie Unternehmen von OKR profitieren, erklärt Lea Fabry, UX/UI-Designerin und einer der „OKR-Master“ der Agentur:

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Lea Fabry. Foto: IW Medien

Wofür steht OKR?
Das ist eine Managementmethode, die ausgeschrieben „Objectives and Key Results“ heißt. Auf Deutsch würde man von Zielen und Teilzielen sprechen: Jedes Key Result zahlt auf das Objective ein – und nur, wer die Teilziele erreicht, erreicht das Gesamtziel.

Was ist der Sinn dieser Methode?
Es geht darum, dass alle Mitarbeiter die Unternehmensziele mitgestalten können. Sie werden mitgenommen und motiviert, indem sie eigene Ideen einbringen und so an strategischen Entwicklungen teilhaben. Neben dieser Teilhabe geht es ganz zentral auch um Transparenz: Mitarbeiter bekommen mit, woran das Management und andere Teams arbeiten, sie können leichter Einspruch und Forderungen nach Veränderungen erheben.

Sind das nicht Selbstverständlichkeiten?
Das kommt auf die Arbeitswelt in einem Unternehmen an. Mitarbeiter fordern immer mehr Einblicke in das, was im Unternehmen geschieht. Sie wollen einen übergeordneten Sinn in ihren Aufgaben. Es ist ja immer weniger so, dass jemand morgens zur Arbeit kommt, sein Päckchen schnürt und es abends abgibt. Wir wollen aktiv mitentscheiden und nachvollziehen, wofür das, was wir tun, intern oder beim Kunden gut ist. Meinem Eindruck nach prägt das die moderne Arbeitswelt. Insofern ist OKR schon eine Herausforderung, je nachdem, wie weit sich ein Unternehmen und dessen Beschäftigte auf diesen Wandel einlassen.

Warum hat die IW Medien OKR eingeführt?
Die IW Medien hat sich im Zuge des Change-Prozesses für OKR entschieden: Wenn wir Aufgaben, Inhalte und Workflows verändern, müssen alle Mitarbeiter das mit vorantreiben. Es darf nicht so wirken, als würden hier nur vorgefertigte Konzepte abgearbeitet – wir erarbeiten den Wandel alle gemeinsam. Als der Wandel 2018 begonnen hat, haben sich viele Kollegen mehr Teilhabe daran gewünscht. Und das erlaubt OKR.

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Ziele und Zielerreichung: die Struktur des OKR-Prozesses bei der IW Medien. Infografik: IW Medien

Wie läuft OKR konkret ab?
Der organisatorische Rahmen von OKR vereint Top-down- und Bottom-up-Handeln: Einmal im Jahr legt ein Strategieboard aus Geschäftsführung und Führungskräften auf Unternehmensebene sogenannte Moals fest, das sind „Mid-term goals“, also mittelfristige Ziele. Diese sind aus der Vision und Strategie des Unternehmens abgeleitet. Um die Moals zu erreichen, erarbeitet jedes Team alle vier Monate Objectives, die auf die übergeordneten Moals einzahlen, und die Objectives werden wiederum in mehrere Key Results zerlegt. Dabei ist ein Objective eher abstrakt formuliert, zum Beispiel „Unsere organische Reichweite rockt in allen Digitalprojekten“. Die Key Results, die darauf einzahlen, sind dann aber messbar. Um beim Beispiel zu bleiben, könnte man also sagen: „Wir steigern die Zugriffe über die Google-Suche auf Webseite XY um Z Prozent.“ Die Os und die KRs legen wir jeweils für Viermonatszyklen fest, die Moals haben ein Jahr lang Bestand.

Und dann läuft alles von alleine?
Nein, es geht um strukturiertes Arbeiten auf Ziele hin. Dazu gehören eben Strukturen. So werden in jedem Zyklus in jedem Team Paten für jedes Key Result ernannt. Die kümmern sich darum, dass es zum Zyklusende möglichst weit gediehen ist. Außerdem gibt es viele Meeting-Formate: Plannings, Weeklys, Reviews und Retros. In Ersterem erarbeitet das Team seine Os und KRs. Über den Status der KRs tauscht es sich wöchentlich mit einem besonders geschulten OKR-Master aus. Und am Ende jedes Zyklus macht der Master mit dem Team zum einen die Review, in der es ums Organisatorische geht: Was wurde erreicht, welches KR ist offengeblieben, was kann man in den nächsten Zyklus mitnehmen? Zum anderen gibt es eine Retro(spektive), die eher grundsätzlich ist: Was hat gut geklappt, was nicht, welche Hindernisse gab es für die Zielerreichung? Was wir daraus lernen, fließt dann wieder ins Planning für den nächsten Zyklus ein.

Haben auch Kunden etwas von OKR?
Die übergreifenden Ziele sind natürlich Kundenzufriedenheit und Neukundengewinnung – durch die Art, wie wir arbeiten und wie wir uns weiterentwickeln. Zugegeben: Im ersten OKR-Zyklus haben wir uns bei dem, was wir verbessern wollten, noch viel um uns selbst gedreht. Das ist im zweiten Zyklus, der von März bis Juni 2020 läuft, schon anders: Jetzt rücken die messbaren und spürbaren Vorteile für die Kunden und in deren Projekten in den Mittelpunkt.

Und was wir auch tun: Wir versuchen die Methode weiterzuentwickeln und auf die Bedürfnisse unserer Kunden zuzuschneiden, indem wir zum Beispiel gemeinsam mit ihnen Prioritäten für ein Projektjahr definieren. Das heißt dann vielleicht „Workshop zu Zielen und Maßnahmen“, dahinter steht aber OKR: Alle Beteiligten wissen, was in diesem Jahr passieren soll. Das lässt sich herunterbrechen und strukturieren, sodass jeder weiß, wie er an den Zielen mitwirken kann.

Standort Deutschland 4/5

25 Jahre IW JUNIOR: ein Jubiläum und ein Abschied

Gehen, wenn es am schönsten ist – auf den Ausstand von IW JUNIOR-Geschäftsführerin Marion Hüchtermann hätte das uneingeschränkt zugetroffen. Wenn ihre letzten Arbeitstage Ende März 2020 nicht in die Corona-Krise gefallen wären. Weshalb sie diese mit deutlich weniger Kollegen und deutlich mehr Übergabestress verbringen musste. „Den Abschluss meines Arbeitslebens habe ich mir schon anders vorgestellt“, sagt Hüchtermann. „Aber, man kann es nicht ändern.“

Bis dahin war es ein rundes letztes Jahr: Die Junior-Schülerfirmenprogramme feierten 2019 ihr 25-Jähriges; seit 2008 sind sie mit weiteren Initiativen zur ökonomischen und finanziellen Bildung sowie dem Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT in der IW JUNIOR gGmbH vereint. Zum Jubiläum gab es sogar eine Grußbotschaft der Bundeskanzlerin.

Auch zum Bürgerfest des Bundespräsidenten war die JUNIOR-Geschäftsführerin eingeladen – und traf dort Frank-Walter Steinmeier nebst Ehefrau Elke Büdenbender. Ende November dann folgte die Global Leadership Conference in Berlin – das erste Mal, dass die Organisation JA Worldwide, in der sich Initiativen zur Förderung des Unternehmernachwuchses zusammengeschlossen haben, ihren Jahreshöhepunkt außerhalb der USA beging. Rund 250 Teilnehmer aus über 70 Ländern kamen in Berlin zum Networking zusammen.

„Vergrößert, erweitert, verselbstständigt“

All das illustriert den Status, den die IW JUNIOR in Deutschland und ihrem globalen Netzwerk genießt. Und lässt Hüchtermann nach 35 Jahren im IW zufrieden Abschied nehmen: „JUNIOR hat praxisorientierte ökonomische Bildung in den Schulen etabliert“, sagt sie. Inzwischen bietet die IW-Tochter Programme für alle Schulformen und Altersstufen und in allen Bundesländern an, das Bundeswirtschaftsministerium war, ist und bleibt ein überzeugter Förderer der gemeinnützigen GmbH, genauso wie zahlreiche Landesministerien, Verbände, Stiftungen und Unternehmen. „Wir haben JUNIOR mit einem tollen Team von Null aufgebaut, und es hat sich vergrößert, erweitert, verselbstständigt. Rechnen wir Angebote wie Fit für die Wirtschaft hinzu, hatten wir bislang mehr als 200.000 Jugendliche in unseren Programmen“, bilanziert Hüchtermann.

Den Einfluss der Schülerfirmen auf den Unternehmergeist am Standort Deutschland hat sie dabei immer wieder erlebt. Bei einer Veranstaltung im Saarland hätten sie zwei Enddreißiger angesprochen – der eine Geschäftsführer einer Holding, der andere Wirtschaftsprofessor – und sich für die tollen Erfahrungen, die sie vor 20 Jahren in ihrer JUNIOR-Firma gemacht haben, bedankt.

Die IW JUNIOR in Corona-Zeiten

Am 1. März 2020 hat Hüchtermann die Übergabe an die neue Doppelspitze eingeleitet, die seit dem 1. April offiziell die Geschäfte führt: Dominic Sickelmann, IW-Eigengewächs und zuvor bei JUNIOR unter anderem für Innovation und Marketing zuständig, sowie Kerstin Vorberg, zuletzt Geschäftsführerin eines Bildungsdienstleisters für die Chemieindustrie.

Ein gemeinsamer Entschluss von alter und neuer Führung: Die JUNIOR-Wettbewerbe für das Schuljahr 2019/2020 werden inmitten der Corona-Krise und wegen der Schulschließungen komplett digital abgewickelt. Statt auf Events in den Ländern und im Bund, stellen die Unternehmer von morgen ihre Geschäftsideen per Video vor, die Jurys werden virtuell tagen. Für die „Zeit danach“ entwickelt die Geschäftsführung momentan Konzepte: „Ich habe schon so viele Ideen im Kopf und kann es kaum erwarten, dass sich das Leben normalisiert und wir endlich richtig loslegen können“, sagt Kerstin Vorberg. Und Dominic Sickelmann betont: „Besonders nach der Krise brauchen wir dringend Menschen, die unternehmerisch denken und handeln, Chancen und Optionen erkennen und wahrnehmen. Ich bin überzeugt, dass wir mit unserem fantastischen Team auch in Zukunft viele Tausend Jugendliche motivieren, inspirieren und für Wirtschaft und Unternehmertum begeistern können.“

Corona als Digitalisierungs-Booster

Das unternehmerische Mindset, das Jugendlichen in allen Programmen und Projekten der IW JUNIOR vermittelt wird, ist auch bei der neuen Geschäftsführung ausgeprägt. „Der Blick eines Entrepreneurs fokussiert insbesondere in Krisenzeiten weniger die Dinge, die nicht funktionieren und beeinflusst werden können. Er nutzt vielmehr die Chancen, die sich bieten. In diesem Sinne entstehen bei uns im Moment spannende Formate und Konzepte, die ohne Corona womöglich nicht oder nicht so schnell entwickelt worden wären. Daher ist die aktuelle Situation auch ein Digitalisierungs-Booster“, erklärt Vorberg.

„Bei uns entstehen im Moment spannende Formate und Konzepte, die ohne Corona womöglich nicht oder nicht so schnell entwickelt worden wären.“

Kerstin Vorberg, JUNIOR-Geschäftsführerin

Zudem sei man durch die notwendigen Veränderungen noch intensiver im Austausch mit Förderern und Kooperationspartnern, aber auch mit Partnerorganisationen auf der ganzen Welt. Dies trage nicht nur zu einer Stärkung der Bindung bei, sondern alle profitierten auch von dem enormen Austausch an Wissen und Erfahrungen, ist Sickelmann überzeugt. „Es gibt durchaus viele positive Aspekte, die man den veränderten Bedingungen abgewinnen kann. So sehr wir uns alle darauf freuen, endlich wieder echte Live-Events zu erleben, so sehr werden wir auch zukünftig die digitalen Formate nutzen können, die wir im Moment mit Hochdruck erarbeiten. Durch Corona haben wir unser Produktportfolio erweitert und uns neue Optionen erschlossen. Eine große Hoffnung wäre noch, dass die IT-Infrastruktur an deutschen Schulen durch die Pandemie ebenfalls positiv beeinflusst wird. Denn das ist eine der Lehren der Corona-Krise – in Sachen Digitalisierung gibt es noch viel Nachholbedarf.“

Standort Deutschland 5/5

30 Jahre Mauerfall: Stationen des Fortschritts

Gibt es das überhaupt, den „Standort Deutschland“? Oder sind es nicht mindestens zwei, die Standorte „West“ und „Ost“? 30 Jahre nach dem Mauerfall gab es im Herbst 2019 vielfältige Bilanzen zum wirtschaftlichen Aufholprozess und Nachholbedarf in den nicht mehr so neuen Bundesländern.

Unter der Überschrift „Stationen des Fortschritts“ hat die IW Medien eine Reise entlang einiger volkswirtschaftlicher Indikatoren recherchiert, getextet, designt, programmiert und animiert.

Unternehmen Sie die Einheitstour.

Lesen Sie die Bilanz zum Mauerfalljubiläum von IW-Volkswirt Klaus-Heiner Röhl.

Soziale Fragen

Investitionen, Einkommen, Mieten, Chancen – wo sind sie hoch, wo sind sie niedrig? Wer hat viel, wer hat wenig? Und was bedeutet das für den Zusammenhalt von Land und Gesellschaft?

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Soziale Fragen 1/8

Einkommensverteilung in Deutschland: Wie viel habe ich? Und vor allem: Wie viel haben die anderen?

Über Geld spricht man nicht, beim Geld hört die Freundschaft auf und so weiter. Trotzdem – oder gerade deswegen – interessieren sich viele Menschen insgeheim brennend für die Einkommenssituation von Freunden, Jahrgangskollegen oder auch vom Nachbarn mit dem scheinbar opulenten Zweitwagen.

Mit einem interaktiven Tool von Judith Niehues, Leiterin der IW-Forschungsgruppe Mikrodaten und Methodenentwicklung, und des IW-Verteilungsexperten Maximilian Stockhausen lässt sich das nun zwar nicht für einzelne Personen nachvollziehen. Die vielfältigen Einstellungen etwa nach Altersgruppen, Erwerbssituation und Familienstand ermöglichen aber eine sehr gute Antwort auf die Frage: Wo stehe ich eigentlich im Vergleich zu Menschen mit ähnlichen Parametern, also zu meiner Peer Group? Anschließender Stolz oder Neid inklusive.

Das Interactive war die Topmeldung und der meistgelesene Beitrag in diversen Onlinemedien wie spiegel.de, faz.net oder zeit.de. Allein bei ZEIT online wurde der Artikel in den ersten 24 Stunden nach Erscheinen 560.000 Mal geklickt. Zudem fand die dazugehörige Studie Eingang in mehr als 90 Printartikel.

Soziale Fragen 2/8

Youtuber Rezo im Faktencheck: Passen große Zusammenhänge in kurze Sätze?

Mit seinem Video „Die Zerstörung der CDU“ hat Youtuber Rezo ab Mai 2019 nicht nur die im Titel genannte Partei in höchste Unruhe versetzt. Durch viele mal spitze, mal platte Thesen hat er die Debatte über Megatrends wie Klimawandel und soziale Gerechtigkeit für die Generation Youtube versucht, verständlich zu machen. Neben reichlich Zustimmung erntete Rezo dafür auch reichlich Widerspruch, Korrekturen und Ergänzungen.

Was in seinen Thesen argumentativ auf der Strecke blieb, hat unter anderem das IW nachgeliefert. Verteilungsexperte Maximilian Stockhausen hat sich in einem Faktencheck etwa mit Rezos wirtschaftspolitischen Aussagen auseinandergesetzt. Ein Fazit: Ganz so einfach, wie behauptet, ist es häufig nicht.

Das Rezo-Video im IW-Faktencheck

Soziale Fragen 3/8

Einkommensverteilung in der EU: Arm und Reich im Ländervergleich

Auch für den grenzüberschreitenden Finanzcheck hat das IW ein interaktives Tool programmiert: Judith Niehues, Leiterin der Forschungsgruppe Mikrodaten und Methodenentwicklung, ermöglicht mit ihren Daten die Antwort auf die Frage: „Wie arm oder reich wären Sie in anderen Ländern Europas?“ Nutzer bestimmen ihre Kaufkraft, ihren Platz in der deutschen Einkommensschichtung – und können dann ihre Position im Einkommensgefüge anderer EU-Staaten bestimmen. So wird klar: Armut und Reichtum sind auch eine Frage des Maßstabs.

Soziale Fragen 4/8

Steuer- und Transfersystem: Wer finanziert den Staat und wer profitiert von ihm?

Zu häufig dreht sich die Verteilungsdebatte nur darum, dass manche Menschen angeblich „zu viel“ haben. Dabei gerät aus dem Blick, dass genau diese Menschen von ihrem „Zuviel“ einiges an Steuern abgeben – und so auch einiges zur Funktionsfähigkeit des Staates beitragen. Das IW hat aufgeschlüsselt, wer in Deutschland Nettozahler und wer Nettoempfänger ist – und ob das Verteilungssystem funktioniert. Durch das interaktive Digital-Tool „Wer den Staat finanziert“ von Martin Beznoska, Senior Economist für Finanz- und Steuerpolitik, kann jeder Nutzer seinen Platz im und den Beitrag seiner Einkommensgruppe zum Transfersystem bestimmen.

Hier gibt es den IW-Report zum Digitaltool.

Soziale Fragen 5/8

IW-Verteilungsreport 2020: Was sich seit der Wiedervereinigung verändert hat

„Wie sind die Einkommen und Vermögen in Deutschland verteilt? Auf diese so scheinbar einfache Frage gibt es oft keine einfache Antwort, manchmal nicht einmal eine eindeutige. Verschiedene gesellschaftliche Veränderungen wie die alternde Bevölkerung, die Tendenz zum Alleinleben oder der steigende Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund wirken im Zusammenspiel mit ökonomischen Veränderungen im Zuge einer tiefer gehenden Globalisierung und Digitalisierung ganz unterschiedlich auf die Verteilung von Einkommen und Vermögen.“

Maximilian Stockhausen, IW-Verteilungsexperte

Gerade auf vermeintlich einfache Zusammenhänge lohnt sich ein differenzierter Blick. Besonders auf die populäre Behauptung „in Deutschland werden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer“ respektive „die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander“. IW-Verteilungsexperte Maximilian Stockhausen hat diesen Blick im „IW-Verteilungsreport 2020“ gewagt. Kernbotschaft seiner Datenanalyse für die Phase seit der Wiedervereinigung: Die Verhältnisse sind inzwischen grundsätzlich stabil. Die Ungleichheit hat sich, gemessen an den verfügbaren Haushaltseinkommen, vor allem in jüngster Zeit nicht vergrößert. Auch die Armutsgefährdungsquote hat sich zuletzt stabilisiert.

Zur Differenzierung gehört aber auch, dass die Schere zwischen den Einkommensgruppen heute weiter geöffnet ist als in den 1990er Jahren. Und dass deutliche Unterschiede zum Beispiel zwischen Ost und West sowie abhängig vom Migrationshintergrund bestehen. Gleiches gilt für die von Stockhausen analysierten finanziellen Aufstiegschancen. Eine Entwarnung scheint also genauso unangebracht wie Alarmismus.

Zum IW-Verteilungsreport 2020 (PDF)

Soziale Fragen 6/8

Lohn- und Preisentwicklung: Wie lange arbeiten wir für Weihnachtsgeschenke?

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90 Prozent schneller: Für eine (durchschnittlich bepreiste) Flasche Cognac muss man inzwischen nur noch eine knappe halbe Stunde arbeiten. Grafik: IW

Weihnachten ist das Fest der Liebe, des Streits und der Undankbarkeit. Frisches Futter für den Familienzwist an der Festtafel hat Ende 2019 Christoph Schröder geliefert, Senior Researcher für Einkommenspolitik, Arbeitszeiten und -kosten: Er hat durchschnittliche Nettostundenlöhne und Nettopreise übereinandergelegt und betrachtet, wie lange man in Deutschland für welche Weihnachtsgeschenke arbeiten muss und wie sich das seit 1960 verändert hat.

Seine Analyse enthält Angaben zu acht beliebten Geschenken – etwa die Erkenntnis, dass der Aufwand für eine Theaterkarte gleichgeblieben ist, während der für einen Fernseher um 90 Prozent einbrach. Nebenbei liefert Schröder Argumentationshilfe gegenüber undankbaren Bescherten: „Für dieses ‚scheußliche‘ Hemd musste ich zwei Stunden arbeiten, Schatz!“

Arbeiten für Weihnachtsgeschenke - die Bildergalerie.

Soziale Fragen 7/8

Wie sich Mieten und Löhne in den Regionen entwickelt haben

Die Politik hat das Wohnen schon 2018 zur nächsten „Neuen sozialen Frage“ erklärt. Und auch, wenn sich durch die Corona-Krise der ganz große Run am Immobilienmarkt verlangsamt hat, bleibt bezahlbarer Wohnraum eine Aufgabe für Staat und Marktteilnehmer. Wie sehr sich Mieten und Einkommen mancherorts auseinander entwickelt haben, wurde von den IW-Immobilienökonomen Pekka Sagner und Michael Voigtländer in einer interaktiven Deutschlandkarte aufbereitet. Sie zeigt, wo die Mieten im Jahr 2019 schneller gestiegen sind als die Löhne (in München zum Beispiel um bis zu 14 Prozent) und wo Wohnen in Relation zum Einkommen günstiger geworden ist (in Teilen Sachsens um mehr als 12 Prozent) – strukturelle Entwicklungen, die das Virus allein nicht aufhalten wird. Die Daten wurden auch von der Funke Mediengruppe aufgegriffen und in eigenen Karte etwa auf der Webseite der Berliner Morgenpost aufbereitet.

Soziale Fragen 8/8

Wohnen in Deutschland 2019: Wo sich der Immobilienkauf lohnt

Auch die IW Consult hat sich 2019 mit der „Neuen sozialen Frage“ beschäftigt: In der Studie „Wohnen in Deutschland 2019“ für den Verband der Sparda-Banken haben die Volkswirte die Situation am Immobilienmarkt in allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten untersucht. Die Datenanalyse, verbunden mit Prognosen zur Zukunftsfähigkeit der lokalen Märkte, soll potenziellen Immobilienkäufern und Kreditnehmern Orientierung geben: Sie können unter sparda-wohnen2019.de interaktiv etwa prüfen, wo sie wie viel für ihr Geld bekommen und wie groß der Kostenvorteil des Kaufens gegenüber dem Mieten ist.

Studie „Wohnen in Deutschland 2019“ (PDF)

Fachkräfte

Wo sie fehlen, wie man sie findet und bindet – und wie der IW-Verbund dabei unterstützt

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Fachkräfte 1/5

KOFA: Fachkräfte im Corona-Einsatz

Schon in gewöhnlichen Zeiten hat das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung eine wichtige Funktion dabei, kleine und mittlere Unternehmen darin zu unterstützen, wie sie qualifizierte Mitarbeiter finden und halten. Das IW-Projekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und vereint Informationen, Praxistipps, Webinar-Angebote und gute Beispiele aus anderen Unternehmen für alle Schritte der Fachkräftesicherung: vom Erkennen bestehender Personalengpässe bis zur erfolgreichen Integration von neuen Fachkräften im Betrieb.

Inklusion im Fokus

Besonders im Fokus stand 2019 eine Kooperation mit der Aktion Mensch, in der Wege zur besseren Inklusion von Mitarbeitern mit Behinderungen aufgezeigt wurden. Anna Schopen aus dem KOFA-Team erklärt das Ziel im nebenstehenden Video.

„Zur Förderung von Mitarbeitern mit Behinderung gibt es schon reichlich Informationen“, sagt Dagmar Greskamp, die die Kooperation bei der Aktion Mensch koordiniert hat. „Wir haben uns gefragt, woran Inklusion in den Betrieben denn hakt. Menschen mit Behinderungen finden keinen Job, Unternehmen sagen, ‚wir möchten sie gerne beschäftigen, wissen aber nicht, wie‘.“ Um aus diesem Dilemma herauszukommen, helfe gute Kommunikation: „Wie stellen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit Einschränkungen aufeinander ein? Dafür geben wir ihnen Material an die Hand. Wir haben Wegweiser für konkrete Situationen im Betrieb entwickelt. So helfen wir Unternehmen, die ersten Schritte zu gehen, die bei Inklusion häufig eben noch mit Unsicherheiten verbunden sind.“

Den „Wegweiser Inklusion im Betrieb“ gibt es als PDF zum Download, aber auch als Ordner. Bislang wurden drei Viertel der ersten Auflage von 1.000 Stück an Multiplikatoren und Unternehmen versandt, mehr als 700 Besucher der Webseite haben die PDF heruntergeladen. „Die Rückmeldungen sind sehr gut“, sagt Greskamp, „auch von Arbeitsagenturen und anderen beratenden Stellen, die den Wegweiser nutzen wollen.“ Für das gemeinsame Projekt hat sie viel Lob: „Es hat so viel Spaß gemacht mit den KOFA-Kollegen, das waren eineinhalb Jahre sehr intensive und gute Zusammenarbeit.“

Wie kommen KMU durch die Krise?

Auch wenn strategische Personalarbeit, Engpassanalysen, Inklusion und Integration wichtig bleiben – in Zeiten von Corona konzentriert sich das KOFA darauf, Unternehmen schnell und verlässlich beim Krisenmanagement zu unterstützen: „Unsere Überschrift lautet: ‚Wie kommen KMU am besten durch die Corona-Krise und wie halten sie ihre Mitarbeiter?‘ und das wird auch noch eine ganze Weile das wichtigste Thema bleiben“, sagt KOFA-Projektleiter Dirk Werner. „Wir haben die Seite komplett neu ausgerichtet auf Beratung in der Krise, und zwar durch neue Schwerpunkte auf Kurzarbeit, Aus- und Weiterbildung in der Krise und E-Learning-Angebote, die in dieser Phase genutzt werden können.“ Denn bei allen Einschränkungen eröffne Corona schon rein zeitlich die Chance, dass sich Unternehmen durch zielgerichtete Qualifikation ihrer Mitarbeiter für die Zeit nach der Krise stärken.

„Wir haben die KOFA-Seite komplett neu ausgerichtet auf Beratung in der Krise.“

Dirk Werner, KOFA-Projektleiter

Seit Anfang März 2020 arbeitet das Kompetenzzentrum quasi im Pandemiemodus: Im Dossier zu Corona veröffentlicht das Team Checklisten und Schritt-für-Schritt-Anleitungen, sammelt Unterstützungsangebote, porträtiert Unternehmen und deren Krisenstrategien als Best Practice und organisiert eine Webinar-Reihe; andere Themen sind erst einmal aufgeschoben. Schon mehr als 20.000 Besucher haben auf diese Themen auf der Webseite zugegriffen, und auch der generelle Zuspruch sei groß, sagt Werner. „Das Signal unserer Partner aus Verbänden, Kammern und Unternehmen ist: Wir brauchen euch auch in und nach der Krise. Denn alle Tipps rund um das Finden und Binden von Fachkräften werden nach Corona umso wichtiger werden.“

Fachkräfte 2/5

Fachkräftemangel: Wo der Engpass am größten ist

Nie war ein derart großer Anteil an Stellen in Engpassberufen ausgeschrieben: Mitte 2019 waren es 79 Prozent. Bei vier von fünf Jobs können Unternehmen also Probleme haben, diese zu besetzen, weil das Arbeitskräfteangebot so niedrig ist. Welche Unterschiede es nach Region, Beruf und Bildungsabschluss dabei gibt, haben die IW-Ökonomen Alexander Burstedde und Susanne Seyda Anfang 2020 in einem IW-Kurzbericht analysiert. Detailliert nachvollziehen können sowohl Unternehmen als auch Bewerber ihre jeweilige „Marktposition“ in einer interaktiven Karte. Eine Schlussfolgerung für Unternehmen, die auf einem besonders umkämpften Bewerbermarkt agieren, ziehen die IW-Autoren: Firmen sollten Employer Branding betreiben, brauchen also eine attraktive Arbeitgebermarke, um gegenüber Wettbewerbern herauszustechen.

Fachkräfte 3/5

Netzwerk Q 4.0: Ausbilder fit machen für die digitale Zukunft

Sie sind wichtige Akteure beim Wandel der Arbeitswelt: Ausbilder schulen die Fachkräfte von morgen – müssen dazu aber auch selbst den digitalen Wandel kennen und mitgestalten. Für zunehmend digitale Berufsbilder, Prozesse und Produkte brauchen Ausbilder also passende Kompetenzen. Diese flächendeckend und branchenübergreifend zu vermitteln, ist Ziel im „Netzwerk zur Qualifizierung des Berufsbildungspersonals im digitalen Wandel“ des Bundesbildungsministeriums (BMBF) – kurz „Netzwerk Q 4.0“. Netzwerkpartner sind das IW sowie die 15 Bildungswerke der deutschen Wirtschaft.

„Wir wollen Ausbilder für die digitale Welt qualifizieren“, sagt Dirk Werner, Leiter des Kompetenzfelds Berufliche Qualifizierung und Fachkräfte. Dazu wird das IW empirische und wissenschaftliche Grundlagen (PDF) für passende Weiterbildungen erarbeiten. Konkrete Weiterbildungsformate für Ausbilder werden gemeinsam mit den Bildungswerken entwickelt und ab dem zweiten Halbjahr 2020 zum Einsatz kommen. Anbieter werden die Bildungswerke sein, beim IW liegen Koordinierung und Qualitätssicherung im Netzwerk.

Vertrauen des Ministeriums, Mehrwert für IW-Mitglieder

Das Ziel, in alle Branchen und Regionen zu gehen, verfolgt das Netzwerk gemeinsam für die Laufzeit bis zunächst Ende 2022. Seit dem Projektstart im Oktober 2019 läuft die Empirie: Die IW Consult unterstützt die Wissenschaft durch Befragungen, in denen Ausbilder ihre Bedürfnisse und Anforderungen formulieren. In Design-Thinking-Workshops entstehen sogenannte Personas – fiktive, aber typische Zielgruppenvertreter, an denen das Netzwerk seine Inhalte und didaktischen Konzepte ausrichten wird. Schon fertig ist ein Erklärvideo dazu, wie Ausbildung unter Corona-Einschränkungen funktioniert. Auch eine erste Version der Netzwerk-Webseite ist online. Zur Kommunikation nutzt Q 4.0 aber genauso die Kanäle des befreundeten Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung:

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Werner unterstreicht die strategische Bedeutung von Q 4.0: „Dieses Projekt passt ideal in die Zeit und ihre Anforderungen“, sagt er. „In der Akquise beim BMBF kam uns zugute, dass wir seit langen Jahren AlphaGrund machen, ein Projekt zur Grundbildung von Beschäftigten im Kompetenzfeld von Axel Plünnecke. Dadurch wusste das Ministerium bereits, dass wir so ein Netzwerk koordinieren und nachhaltig entwickeln können. Dabei hilft sehr, dass wir es gemeinsam mit unseren Mitgliedern, den Verbänden, umsetzen. Wir sind so nah an den Unternehmen und sprechen deren Sprache. Und wir behandeln den digitalen Wandel in der Ausbildung – ein Thema, das uns noch lange begleiten wird.“ Zumal in der Corona-Krise, die den Unternehmen digitale Technologien und Prozesse in der Ausbildung geradezu aufzwingt.

Und auch darüber hinaus sieht Werner großes Potenzial in den entstehenden Weiterbildungsangeboten. „Wir stellen ja bereits viele Praxishilfen für Unternehmen bereit, etwa auf www.kofa.de. Warum nicht auch Weiterbildungen für breitere Mitarbeitergruppen?“

Fachkräfte 4/5

Make it in Germany/Make it in Rheinland-Pfalz: Fachkräftezuwanderung erleichtern

Keine andere Webseite, die das IW für Kunden betreibt, zieht so viele Besucher an: „Make it in Germany“ ist das Portal der Bundesregierung für die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland. Es wird von einem Team aus IW und IW Medien bereits seit 2012 inhaltlich und technisch verantwortet und weiterentwickelt. Bis Ende März 2020 hatten sich hier knapp 24 Millionen Nutzer informiert, die in Deutschland ihre berufliche Zukunft suchen. MiiG gibt ihnen Tipps und nennt Anlaufstellen für den kompletten Prozess von der Arbeits-, Studien- und Ausbildungsplatzsuche über die Einwanderung bis zur Integration in Unternehmen und Gesellschaft.

Erfolgsgeschichten wie die des US-Amerikaners Tyler Dunn belegen, wie wertvoll die Orientierung ist, die MiiG als zentrale Informationsplattform zur Fachkräfteeinwanderung gibt:

Auch den Zweck und die Chancen des Anfang März 2020 in Kraft getretenen Fachkräftezuwanderungsgesetzes beschreibt Make it, unter anderem in einem animierten Erklärvideo:

Schwesterseite für Rheinland-Pfalz

Rechtzeitig zum Start des neuen Gesetzes hat die große Make-it-Seite einen Ableger erhalten: die vom rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium beauftragte Webseite „Make it in Rheinland-Pfalz“. Das Portal verfolgt denselben Anspruch für die regionale Ebene und will ausländische Fachkräfte für Leben und Arbeit in Rheinland-Pfalz begeistern, indem es nicht nur die Jobchancen, sondern auch Land und Leute vorstellt. Und wie das Bundesportal enthält auch Make it in Rheinland-Pfalz Tipps für die „andere Seite“: Unternehmen, die Zuwanderer beschäftigen wollen, können sich hier ebenfalls über Voraussetzungen und Abläufe informieren.

Die Informationsfülle und der rechtliche Rahmen für qualifizierte Zuwanderer sind im Frühjahr 2020 also vielleicht so gut wie nie – zugleich ist Migration wegen des Coronavirus faktisch blockiert. Make it macht die derzeitigen Einschränkungen gleich auf der Startseite transparent, ermutigt Fachkräfte aber, etwa die Anerkennung von Abschlüssen oder Sprachkurse weiterzuverfolgen. Denn auch nach der Krise wird qualifizierte Zuwanderung ein Baustein der Fachkräftesicherung in Deutschland bleiben.

Fachkräfte 5/5

M+E-Berufsinformation: Von den Straßen ins Internet

Das Aushängeschild der M+E-Berufsinformation sind seit mehr als 30 Jahren die InfoTrucks. Zehn davon fahren bundesweit Schulen, Unternehmen und Messen an, um die Fachkräfte von morgen mit interaktiven Exponaten für eine Ausbildung in der Metall- und Elektroindustrie zu begeistern. Im Auftrag des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall hat die IW Medien die Trucks konzipiert, betreibt sie und entwickelt die Ausstattung sowie das rund herum entstandene digitale Informationsangebot stetig weiter.

Bis März 2020 verlief das Truckgeschäft für die zuständige Abteilung der IW Medien wie in jedem Schuljahr. Einen exemplarischen Einsatz an einer Schule in Mecklenburg-Vorpommern hat das lokale Fernsehen dokumentiert:

Corona: Digitalangebot erweitert, Hygienekonzept abgestimmt

Dann kam Corona, die Schulen schlossen, Unternehmen führten Zugangsbeschränkungen ein, Veranstaltungen wurden abgesagt – und die Trucks vorerst geparkt. „Die Entwicklung hat uns mit voller Breitseite erwischt“, sagt Armin Skladny, der Leiter M+E-InfoTrucks der IW Medien. „Wir sind quasi im Eventgeschäft – und das war plötzlich nicht mehr möglich.“

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Abgestellt: Einige der M+E-InfoTrucks wurden auf dem Werksgelände des Truckausstatters Jumbo geparkt. Foto: Jumbo/Stefan Kassette

Seitdem forciert das Team zum einen in enger Abstimmung mit Gesamtmetall die digitalen Kanäle der Berufsinformation: www.meberufe.info dient als Knotenpunkt zu den M+E-Webseiten, die Tipps und Tests für Schüler, Eltern und Lehrer enthalten. Rasch wurde ein wöchentlicher Newsletter mit den Unterrichtsmaterialien entwickelt, die Lehrer und Eltern auch im Homeschooling zur Vermittlung von MINT-Kenntnissen und Berufsorientierung nutzen können. Die Besucherzahlen auf www.me-vermitteln.de steigen dadurch seit Ausbruch der Corona-Krise deutlich. Darüber hinaus bespielt die IW Medien die bestehenden M+E-Portale ebenfalls im Corona-Kontext: Für Schüler relevante Infos erscheinen im Blog, jene für Lehrer im News-Bereich, die Social-Media-Kanäle wie Instagram sind ebenfalls eingebunden. So gelingt Berufsorientierung auch erst einmal ohne die Trucks.

Zum anderen laufen die Vorbereitungen für die Wiederaufnahme der InfoTruck-Einsätze nach der Krise. Das neue Hygienekonzept ist fertig und wurde bereits mit Gesamtmetall und dem TÜV abgestimmt. „Wir müssen dennoch damit rechnen, dass die Schulen zunächst zögerlich reagieren “, sagt Skladny. „Deshalb haben wir es ihnen so leicht und so sicher wie möglich gemacht, die Trucks zu buchen.“ Neben einem ausgefeilten Ablaufplan und umfassenden Hygienestandards wurde auch das didaktische Konzept auf die neuen Rahmenbedingungen und Bedürfnisse der Schulen angepasst.

Was Skladny Mut macht, sind die positiven Rückmeldungen von Auftraggebern wie Kunden: „Wir haben uns in den letzten 30 Jahren eine hohe Reputation auf dem Markt erarbeitet. Das macht sich jetzt bemerkbar. Es gibt sogar schon die ersten Terminzusagen für die Zeit nach den Sommerferien.“

Nachhaltigkeit

Wie gelingen Klimaschutz und Ressourceneffizienz so, dass sie Unternehmen nicht überfordern? Und was kann jeder Bürger zu einem nachhaltigeren Wirtschaften beitragen?

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Nachhaltigkeit 1/3

Facts for Future: Klimaproteste und Klimaprogramme

In der Klimapolitik war 2019 das Jahr der Schülerproteste. Auch vor das IW sind die Fridays-for-Future-Demonstranten zweimal gezogen. „Die Bewegung hat die Dringlichkeit des Themas verdeutlicht und dadurch manches beschleunigt“, sagt Thilo Schaefer, Leiter des Kompetenzfelds Umwelt, Energie, Infrastruktur: „Es müssen Antworten gefunden werden – und Fridays for Future fordert jeden auf, sich zu positionieren.“

Das hat das IW getan – schon weit vor den Demonstrationen. 2015 etwa hat Schaefers Kollege Thomas Puls ein interaktives Tool vorgelegt, mit dem sich der CO2-Ausstoß einzelner Weltregionen bis auf den Anteil einzelner Energieträger in bestimmten Staaten herunterbrechen lässt.

Zum interaktiven CO2-Tool

Schaefer bringt die Position des Instituts auf den Punkt: „Wir wollen die Klimaschutzziele verfolgen. Unsere Fragestellung lautet: Wie gelingt das möglichst effizient? So, dass uns die Kosten nicht erschlagen? So, dass Unternehmen in letzter Konsequenz nicht in weniger restriktive Märkte abwandern, sondern in Deutschland klimafreundlich umbauen, von Umweltinnovationen und neuen Geschäftsmodellen profitieren können?“ Dafür schafft Schaefers Kompetenzfeld die notwendigen Facts for Future.

Klimapakete, Wasserstoff, Zukunft des Standorts

Im abgelaufenen Geschäftsjahr standen das deutsche Klimapaket (Urteil: durchwachsen und etwas unterkomplex gedacht) und der Green Deal der EU („eine echte Chance wegen des damit verbundenen finanziellen Hebels“) im Blickpunkt. Eine der zentralen Herausforderungen auf beiden Ebenen, die marktgerechte Bepreisung von CO2, wurde ebenfalls analysiert. Ein kleiner Schwerpunkt ist beim Thema Wasserstoff entstanden: IW-Referentin Sarah Maier hat die mögliche Bedeutung von grünem Wasserstoff für ein klimafreundliches Energiesystem analysiert und die Nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung kommentiert.

Der Einsatz von Wasserstoff in der Stahlherstellung ist wiederum nur ein Bestandteil eines 2019 gestarteten Großprojekts unter IW-Beteiligung: In der Initiative IN4climate.NRW bringt das Landeswirtschaftsministerium NRW Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen, um Innovationen für eine klimaneutrale Industrie zu fördern. Das IW gehört zur angeschlossenen Expertenplattform SCI4climate.NRW. „Es geht darum, wie die Unternehmen hier am Standort bleiben und sich trotzdem auf nachhaltige Produktion umstellen können“, erklärt Schaefer.

Fragestellungen bleiben trotz und nach Corona wichtig

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Diskutiert: IW-Ökonomin Adriana Neligan (3. v. l.) beim Rohstoffgipfel 2019. Foto: Covestro

Zu dieser Zukunftsfähigkeit gehört eine breiter gedachte Nachhaltigkeit, die neben der CO2-Vermeidung das gesamte Thema Ressourceneffizienz abdeckt. IW-Expertin Adriana Neligan hat dazu auf „beiden Seiten“ diskutiert – beim Rohstoffgipfel 2019 (siehe Foto) wie auch beim NABU. Zum selben Thema hat sie einen von Schaefer moderierten Workshop mit Bundeswirtschaftsministerium und BDI organisiert, der den Nutzen der Digitalisierung für mehr Ressourceneffizienz thematisierte. Fernziel sei „eine funktionierende Kreislaufwirtschaft, in der an den richtigen Stellen die richtigen Ressourcen eingesetzt werden“, sagt Schaefer.

Die Corona-Krise habe die Anstrengungen für ein nachhaltigeres Wirtschaften höchstens unterbrochen, aber keinesfalls gestoppt, ist er sich sicher: „Die Fragestellungen bleiben wichtig, auch wenn es derzeit eher darum geht, der Wirtschaft bedingungslos zu helfen.“ Konkrete Klimaschutzeffekte von Corona erforscht das Team derzeit. Etwa die Belastungen, die der energieintensiven Industrie dadurch drohen, dass sie bei heruntergefahrener Produktion zu wenig Strom verbraucht, um von der EEG-Umlage befreit zu bleiben. Schaefer betont: „Für die Nach-Krisenzeit wird es mehr denn je entscheidend sein, Dinge zu machen, die auf beides einzahlen: dass die Unternehmen mittelfristig wieder Gas geben können, und dass die klimafreundlichen, nachhaltigen Innovationen gestärkt werden.“

Nachhaltigkeit 2/3

Streitgespräch: Ist nachhaltiger Konsum möglich?

Zu einer nachhaltige(re)n Wirtschaft können nicht nur Unternehmen etwas beitragen, sondern jeder Einzelne. Das wird in der Vorweihnachtszeit besonders deutlich: Braucht die Patentante dieses Parfüm wirklich? Was ist mit dem Khakihemd für Papa oder dem neuesten Smartphone-Modell für Leon? Manch fragwürdige Kaufentscheidung wird getroffen – der richtige Kontext also, um über nachhaltigen Konsum zu diskutieren. IW-Umweltökonomin Adriana Neligan hat das Ende November 2019 im Deutschlandfunk getan. Ihr Widerpart: Niko Paech von der Uni Siegen, erklärter Verfechter einer Postwachstumsökonomie. Die gemeinsame Fragestellung: Ist nachhaltiger Konsum möglich?

Streitgespräch anhören

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Adriana Neligan. Foto: IW

Neligans Standpunkt: „Wir müssen weg von der linearen Wegwerfkultur und hin zu einer zirkulären und effizienteren Wirtschaft. Die Devise heißt, weniger Ressourcen verbrauchen, Abfälle vermeiden und weniger CO2 ausstoßen. Das bedeutet aber nicht, dass wir auf Konsum verzichten müssen, sondern, dass wir künftig anders konsumieren. Für den Verbraucher bedeutet das, dass er Produkte künftig länger nutzen beziehungsweise bei Bedarf auch reparieren kann. Oder das Produkt gar nicht kauft, sondern eher mietet. Die Wirtschaft muss natürlich mit einem entsprechenden Angebot reagieren, da ja Angebot und Nachfrage eng miteinander verzahnt sind. Das findet auch mittlerweile statt.“

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Niko Paech. Foto: Tristan Vankann

Paechs Entgegnung: „Nachhaltiger Konsum kann nicht existieren, weil alles, was wir Konsum nennen, eine von außen zugeführte, industriell gefertigte Leistung ist, die einen Weg zurücklegt, die eine materialbehaftete Geschichte hat – die nennen wir dann Produktion. Interessanterweise ist es so, dass wir überall auf diesem Planeten jedes Jahr einen neuen Rekord aufstellen, was den nachhaltigen Konsum anbelangt. Also die Erfindung, die Produktion, die Verbreitung und Nutzung nachhaltiger Konsumobjekte. Gleichzeitig werden an allen Stellen, wo dies der Fall ist, neue Rekorde aufgestellt, was die pro Kopf in Anspruch genommene Quantität an ökologisch relevanten Ressourcen anbelangt.“

Nachhaltigkeit 3/3

Wie nachhaltig ist Ihre Lieferkette? Mit der IW Consult finden Sie es heraus

„Managing with facts“ ist der Claim der IW Consult – und ihre Stärke in Empirie und Datenanalyse bringt sie mit ihrem neuen Tool „Supply Chain Risk Monitor“ (SCRM) für das Management von Nachhaltigkeit ein: Die Beratungsexperten im IW-Verbund haben ein Tool entwickelt, mit dem Unternehmen die Nachhaltigkeit ihrer Lieferkette durchleuchten können. „Bislang waren die Kriterien zur Gestaltung einer Lieferkette vor allem Qualität, Preis und Logistikaufwand“, sagt Peter Schützdeller, Geschäftsführer der IW Consult. „Endkunden, Investoren und politische Regulatoren verlangen aber immer stärker auch eine Zusicherung über die Werte und Bedingungen, unter denen Produkte entstehen. Die Hersteller stehen unter Druck, genau das offenzulegen. Und das detailliert, möglichst über die ganze Lieferkette hinweg bis zu den Rohstoffen. Die Zusicherung nachhaltiger Geschäftstätigkeit wird zur gesellschaftlichen ‚Licence to operate‘.“

Diese Zusicherung können Unternehmen durch den Supply Chain Risk Monitor der IW Consult einhalten. Per Datenanalysen ermittelt die Consult darin Risiken in der Lieferkette, die die ökologische, aber auch die soziale und politische Nachhaltigkeit einzelner Produkte oder ganzer Unternehmen beeinträchtigen können. „Welche Risiken verstecken sich in deren Lieferketten? Wie erkenne ich Risiken bei meinen Lieferanten? Und wie kann ich diese Risiken verlässlich transparent, reproduzierbar und vergleichbar machen“, nennt Schützdeller als zentrale Fragestellungen.

Große Datenmenge, große Transparenz

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Aufgeschlüsselt 1: die Kohlenstoffproduktivität entlang einer Lieferkette, dargestellt im SCRM der IW Consult. Visualisierung: IW Consult

Der SCRM vereint amtliche sozioökonomische Statistiken und anerkannte Indizes – wie jenen von Transparency International zur Korruption – mit Daten des auftraggebenden Unternehmens, etwa Stammdaten aus dem Einkauf. Um bei Bedarf auch Zulieferer und wiederum deren Zulieferer bis zurück zum Beginn der Lieferkette mit allen relevanten Angaben zu erfassen, setzt die Consult auf die Zusammenarbeit mit dem Kölner Start-up Sustainabill und dessen Cloud-Plattform: „Dort hinterlegen die Zulieferer ihre Daten in einer sicheren Datenumgebung und freiwillig“, erklärt Schützdeller. „Die Nutzung dieser Plattform und Weitergabe der Daten wird vom Zulieferer bestimmt und kann durchaus zum Vertragsbestandteil zwischen Kunde und Zulieferer werden.“ Die Gleichung ist einfach: Je mehr verwertbare Daten, desto detailliertere Analysen, desto mehr Transparenz über die Risiken.

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Aufgeschlüsselt 2: das Korruptionsrisiko entlang einer Lieferkette. Visualisierung: IW Consult

Jedes Unternehmen bestimmt das Indikatorenset, auf das seine Lieferkette abgeklopft wird, selbst. „Wir hatten zunächst überlegt, einen allgemeingültigen Wert aus den immer gleichen Indikatoren zu nutzen. Aber das ergäbe wenig Sinn“, sagt Schützdeller. In der Textilindustrie etwa beeinflusst der Risikoindikator Kinderarbeit die Nachhaltigkeit, in der Automobilindustrie ist dieses Problem kaum ausgeprägt. Mehrere Dutzend Risikoindikatoren können die Consult-Experten in ihre Berechnungen einbeziehen, und die Datenbasis wächst stetig.

Versteckte Risiken identifizieren

Beispielhafte Fälle haben sie bereits für das Korruptionsrisiko in der Lieferkette eines Automobilzulieferers durchgerechnet sowie für die Kohlenstoffproduktivität – die Wertschöpfung je eingesetzter Einheit fossilen Brennstoffs – in der Lieferkette eines Chemieunternehmens (siehe Bilder).

„Daran zeigt sich gut das Transparenzproblem, vor dem viele Supply-Chain-Verantwortliche in Unternehmen stehen“, betont Schützdeller: „Über die Hauptzulieferer wissen sie gut Bescheid, deren Nachhaltigkeitsrisiko lässt sich also gut bewerten. Sobald man aber nur einen Schritt weiter in die Lieferkette geht, können die Risiken schon deutlich höher liegen.“ Der SCRM deckt mögliche Risiken auf, hilft, sie abzustellen – und Unternehmen können ihre Lieferketten gezielt nach Risikogesichtspunkten managen, ihre Lieferanten steuern und besser dokumentieren und kommunizieren, wie nachhaltig sie sind.

Digitalisierung

Wie verändert die Digitalisierung Unternehmen und Arbeitswelt? Und wie bereit sind Betriebe in Deutschland für die digitale Zukunft?

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Digitalisierung 1/6

„Digitalisierung in Zahlen“: Zukunft messbar machen

Daten geben Orientierung, Daten erlauben Aussagen, Ableitungen und Empfehlungen. Zumal zu einem Thema, das sich um Daten dreht: Digitalisierung. Wie ist der Status quo „der“ Digitalisierung in Deutschland, in bestimmten Regionen, in bestimmten Branchen? Und was folgt daraus für Wirtschaft und Politik? Das will das Projekt „Entwicklung und Messung der Digitalisierung der Wirtschaft am Standort Deutschland“ erstmals umfassend, differenziert und regelmäßig beantworten. Im Frühsommer 2019 hatte ein Team aus IW und IW Consult in einem Konsortium mit anderen Wirtschaftsforschungsinstituten den Zuschlag für das Projekt des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) erhalten. Seither laufen die Arbeiten an DIZ – so die IW-interne Abkürzung für „Digitalisierung in Zahlen“.

„Die Digitalisierung als Ganzes betrachten“

„Ein Ziel von DIZ ist es, einen Index zu entwickeln, der die Digitalisierung als Ganzes betrachtet“, sagt Vera Demary, Leiterin des IW-Kompetenzfelds Digitalisierung, Strukturwandel und Wettbewerb. Rund 30 Indikatoren wollen die Wissenschaftler in diesen Digitalisierungsindex einfließen lassen, darunter die Fachkräftelücke in Digitalisierungsberufen, die Digitalisierungspatente der Unternehmen und den digitalen Reifegrad der Unternehmensprozesse. Das erste Ergebnis soll bis Ende 2020 fertig werden. Und dann jährlich wiederkehren, inklusive Aussagen, wie es um die Digitalisierung in verschiedenen Regionen, Wirtschaftsbereichen und Unternehmensgrößen steht und wie sie jeweils fortschreitet.

Zwar gebe es bereits einige Digitalisierungsindizes am Markt, sagt Demary. „Aber keinen, der so regelmäßig, umfassend und differenziert ist.“ Dass vier Fachabteilungen involviert sind, zeigt, welche Bedeutung das BMWi dem Projekt beimisst. Und für das IW liegt die Stärke ebenfalls in der Kooperation: Neben Demarys Team sind die Forschungsgruppe Big Data Analytics, die IW Consult sowie einzelne Wissenschaftler aus anderen Kompetenzfeldern an den insgesamt sieben Arbeitspaketen beteiligt.

Vorsprung durch Verbund

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Indikatoren interaktiv: So könnte das Tool aussehen, das die IW Consult im Rahmen von „Digitalisierung in Zahlen“ entwickelt. Visualisierung: IW Consult

Demary beschreibt den Kompetenzvorsprung im IW-Verbund: „Wir haben das Thema Digitalisierung früh wissenschaftlich in einem Kompetenzfeld institutionalisiert, Daten interpretiert und Ableitungen daraus publiziert.“ Dazu kommen die Kollegen, die Daten generieren: „Die IW Consult hatte schon immer innovative Ideen für Datenquellen. Deren Zukunftspanel, eine Unternehmensbefragung, ist für uns ein wesentlicher Bestandteil, gerade fürs Herunterbrechen des Index. Und die Forschungsgruppe kann durch Big-Data-Ansätze Daten erzeugen, die aus ‚traditionellen‘ Statistiken nicht verfügbar sind.“

Neben der Befragung leistet die IW Consult noch weitere Grundlagenarbeit: Sie entwickelt ein sogenanntes Satellitenkonto, ein statistisches Instrument, mit dem die Digitalisierung als Bestandteil der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung abgebildet und so mit anderen Staaten verglichen werden könnte. Aber auch für Nicht-Volkswirte ist etwas im Angebot: Geplant ist ein interaktives Tool (siehe Screenshot) auf der Webseite DE.DIGITAL des BMWi. Damit sollen Nutzer den Einfluss verschiedener Indikatoren auf die Digitalisierung spielerisch erkunden und nachvollziehen können.

Digitalisierung 2/6

Wie reif ist Ihr Unternehmen für die Digitalisierung? Tools der IW Consult geben Auskunft

Wer digitaler werden will, sollte wissen, wie digital er ist – und wie er aufgestellt ist, daran etwas zu ändern. Was der Digitalisierungsindex für die deutsche Volkswirtschaft leisten soll, tun bestehende Instrumente der IW Consult für die Unternehmensebene: Sie helfen Firmen bei der Einschätzung des Status quo und der eigenen Entwicklungschancen.

„Die Ergebnisse unserer Selbsttests zeigen den Anwendern, wo sie stehen und was als nächstes zu tun ist.“

Karl Lichtblau, IW Consult-Geschäftsführer

Unter www.data-economy-benchmark.de/ können Nutzer in einer Umfrage ermitteln, wie reif sie dafür sind, die Chancen datengetriebener Geschäftsmodelle zu nutzen. Der Benchmark ist im Jahr 2019 in Zusammenarbeit von IW Consult, IW und Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST im Rahmen des Projekts DEMAND für das Bundeswirtschaftsministerium entstanden. Die Projektpartner haben auch eine entsprechende Studie veröffentlicht, basierend auf einer Unternehmensbefragung der IW Consult: „Readiness Data Economy“ (PDF)  gibt einen umfassenden Überblick über die Potenziale der Datenbewirtschaftung durch deutsche Unternehmen.

Tools geben Impulse für den digitalen Wandel

Schon länger hat sich der von der IW Consult und der RWTH Aachen entwickelte Industrie 4.0 Online-Check in der Praxis bewährt, der unter www.industrie40-readiness.de abrufbar ist. Er gibt Auskunft darüber, wie weit Unternehmen bei der Umsetzung von Industrie 4.0 schon sind und wo es noch Nachholbedarfe gibt. Die Abstufungen reichen von „Exzellenz“ über „Fortgeschrittener“ bis zu „Außenstehender“.

Gemeinsam ist beiden Tools, dass sie Unternehmen und auch ganzen Branchen Impulse für den digitalen Wandel geben sollen: „Die Ergebnisse unserer Selbsttests zeigen den Anwendern, wo sie stehen und was als nächstes zu tun ist“, sagt Karl Lichtblau, Geschäftsführer der IW Consult. Im Rahmen des Projekts „Digitalisierung in Zahlen“ für das Bundeswirtschaftsministerium wird es noch im Jahr 2020 einen weiteren Meilenstein bei der empirischen Vermessung des Digitalisierungsgrades der deutschen Wirtschaft geben, sagt Lichtblau: „Wir sind kurz vor dem Start einer großen Unternehmensbefragung, die der Politik klare Orientierung für eine zukunftsweisende Digitalisierungsstrategie geben wird.“

Digitalisierung 3/6

eCl@ss: Datenstandard für die Digitalisierung

Daten sind die gemeinsame Sprache der Digitalisierung. Mitunter kommen sie aber in so vielen Dialekten vor, dass Datenquelle und Datenempfänger einander nicht verstehen. Die Lösung: ein gemeinsamer Standard, eine „Daten-Weltsprache“, wenn man so will. Erarbeitet hat sie eCl@ss, ein eingetragener Verein, zu dessen Mitgliedern unter anderem BASF und Siemens zählen. Die Hauptgeschäftsstelle ist bei der IW Consult angesiedelt.

„eCl@ss ist ein Datenstandard, mit dem sich Produkte und Dienstleistungen eindeutig klassifizieren und beschreiben lassen“, erklärt Thorsten Kroke, Leiter Digitale Prozesse und Standards/eCl@ss. „Vereinfacht gesagt, übersetzt eCl@ss alle wichtigen Details und Eigenschaften eines Produkts in Daten.“ Rund 4.000 Unternehmen weltweit nutzen den Standard inzwischen und können dadurch das Datenmanagement und den Austausch zwischen verschiedenen Systemen optimieren. „Einheitliche Daten machen die eigenen Prozesse transparent, sie steigern die Effizienz, schaffen buchstäblich ‚Anschlussfähigkeit‘ an Partner und Kunden und eröffnen Unternehmen dadurch neue Marktchancen“, betont Kroke.

Vorteile zum Ausprobieren

Im eigenen Vertrieb setzt die eCl@ss-Geschäftsstelle ebenfalls auf Daten: zur Veranschaulichung ihres erklärungsbedürftigen Produkts. eCl@ss-Kunden können zwischen den Versionen „BASIC“ mit einer eindimensionalen Merkmalsleiste und „ADVANCED“ mit einer deutlich detaillierteren Merkmalsstruktur wählen. Was das konkret heißt, zeigt eine interaktive Grafik, die Anfang 2020 auf der Vereinswebseite live ging.

Potenzielle Kunden können am Beispiel eines Leitungsschutzschalters die Datenstrukturen der beiden Versionen vergleichen und so eine fundiertere Entscheidung für eines der beiden Modelle treffen. „eCl@ss BASIC eignet sich für Unternehmen insbesondere für den Einkauf zum Optimieren der Prozesse“, sagt Kroke. „eCl@ss ADVANCED birgt großes Potenzial in den Bereichen Engineering und Produktion.“

Erster internationaler eCl@ss-Kongress in Köln

Auch offline stand das abgelaufene Geschäftsjahr im Zeichen der Vernetzung: Im September 2019 fand im IW der erste internationale eCl@ss-Kongress statt. Mehr als 150 Teilnehmer aus China, Japan, den USA, Russland und verschiedenen EU-Staaten trafen sich zum Austausch über Datenstandards, Stammdatenmanagement und konkrete Anwendungsfälle für die gemeinsame eCl@ss-Sprache: So hilft sie dabei, materielle Gegenstände wie eine Produktionsmaschine als Daten abzubilden. Diese sogenannten Digitalen Zwillinge können vernetzt werden, es lassen sich Simulationen an ihnen vornehmen oder neue digitale Dienstleistungen „andocken“. Dadurch sind die Zwillinge integraler Bestandteil der Industrie 4.0.

Am Rande des Kongresses haben zufriedene Anwender den Nutzen und die Vorteile von eCl@ss geschildert:

Digitalisierung 4/6

Mensch und Maschine: Die digitale Arbeitswelt beim Bundespräsidenten

Seit 2015 inszeniert die IW Medien für den Arbeitgeberverband Gesamtmetall auf dem Bürgerfest des Bundespräsidenten in Berlin einen Erlebnisstand, der dem breiten Publikum zentrale Botschaften zur Fachkräftesicherung vermittelt. Im Fokus stand 2019 das Thema „Bedeutung von Industrie und Arbeit 4.0 für die Fachkräfte”.

Eine „Cobot“-Aktion machte sie für Besucher erlebbar. Mit dem „kollaborativen Roboter“ lernten Kinder, Jugendliche und Eltern durch eigenes Experimentieren, wie das Zusammenspiel von Mensch und Maschine in der Praxis aussehen kann. Stand für Jugendliche der Spaß im Vordergrund, erkannten Eltern die Bedeutung der Technologie für die Fachkräftesicherung im MINT-Bereich. Die IW Medien hat ein Konzept entwickelt, auf nur 16 Quadratmetern einen faszinierenden Einblick in die moderne Arbeitswelt der Metall- und Elektroindustrie zu geben. Es galt, den Cobot so zu programmieren, dass die Besucher ihn interaktiv steuern, kleine Aufgaben ausführen und mithilfe eines generierten Codes in dem benachbarten M+E-InfoTruck ihr personalisiertes Präsent abholen konnten.

Damit die Besucher das praktische Erlebnis einordnen konnten, entwickelte die IW Medien eine interaktive Multimedia-Anwendung zur Industrie 4.0 – alles passend zu Architektur und Gestaltung des Standes. Diese musste nicht nur tagsüber, sondern vor allem auch nachts funktionieren, sodass ein Leuchttisch für den Cobot mit speziellen Lichteffekten gewählt wurde. So war der Stand ein weithin sichtbarer Publikumsmagnet auf dem Bürgerfest, der neben den Besuchern die Medien – und auch den gastgebenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier begeisterte.

Digitalisierung 5/6

30 Jahre REHADAT: Digitalisierung als Chance für Teilhabe

Seit 30 Jahren vereint REHADAT umfassende Informationen rund um die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte IW-Projekt stellt Informationen über Hilfsmittel und technische Arbeitshilfen ebenso bereit wie einschlägige Gesetze und Urteile, Angebote für Arbeitgeber zum Thema Arbeitsleben und Behinderung oder Infos zur Berufsorientierung. Dazu kommen mehrere Hundert Praxisbeispiele gelungener Inklusion in Betrieben, Literatur, Statistiken und Forschungsvorhaben ebenso wie viele Tausend Adressen und Ansprechpartner zum Thema.

Der Jubiläumskongress im September 2019 stand unter dem Motto „Digitalisierung als Chance für Menschen mit Behinderung“ – und REHADAT selbst ist das beste Beispiel für diese Chancen. Wieso, erklärt Andrea Kurtenacker, Leiterin des IW-Kompetenzfelds Berufliche Teilhabe und Inklusion:

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Andrea Kurtenacker. Foto: IW

Frau Kurtenacker, REHADAT war ja schon digital, als das in Deutschland noch ein Fremdwort war.
Angefangen haben wir mit der Bereitstellung von Informationen auf Host-Ebene, das heißt, Sie saßen vor einem schwarzen Bildschirm und mussten umständliche Operatoren und Befehle in die Eingabezeile tippen, um Informationen zu finden. Die Nutzer kamen meist über Datex-P, ein Kommunikationsnetz der Deutschen Telekom. Später gab es Menüs, die es etwas anwenderfreundlicher machten, dann sind wir früh auf CD-ROM als Datenträger umgestiegen – und schon Mitte der 1990er Jahre ist REHADAT ins Internet gegangen. Wir haben immer zu den Ersten gehört.

Sie haben also früh praktischen digitalen Nutzwert für Menschen mit Behinderung geboten. Wie beurteilen Sie das denn generell, auch vor dem Hintergrund Ihres Jubiläumskongresses: Wo bietet Digitalisierung Chancen für die Teilhabe?
In der Arbeitsplatzgestaltung ermöglichen digitale Arbeitsmittel häufig, dass Menschen mit Einschränkungen überhaupt arbeiten können. Kollaborative Roboter oder Exoskelette sind ein unglaublicher Gewinn bei bestimmten körperlichen Einschränkungen. Datenbrillen, die beispielsweise Menschen mit Hörbehinderung in der Konfektionierung nutzen, Apps wie BlindSquare, ein Navigationssystem speziell für Blinde und Sehbehinderte, oder das Braille-Display, an dem unser blinder Kollege täglich am PC arbeitet. Die Digitalisierung hat die Teilhabe am Arbeitsleben sehr unterstützt. Für viele Menschen ist sie ein Segen, nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Und auch die Personaler in den Unternehmen sehen wachsende Beschäftigungschancen für Menschen mit Behinderung im Zusammenhang mit der Digitalisierung. Das hat eine repräsentative Unternehmensumfrage ergeben, nachzulesen in einem IW-Report.

Und welche Rolle spielt REHADAT, was die steigenden Teilhabechancen angeht?
Unsere Daten sind neutral, aktuell und trägerübergreifend. So haben wir Wissen in einer Fülle transparent gemacht, die man sich sonst mühselig zusammensuchen müsste. Damit erfüllen wir auch eine wichtige Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention, die einen freien und umfassenden Zugang zu Informationen fordert. Wer fördert was, wohin muss ich mich wenden, wenn …? Dadurch, dass wir über Jahrzehnte präsent sind, wirken wir systemisch: Wir sind eine verlässliche Institution im Bereich betrieblicher Inklusion – auch deshalb fördert uns das Bundesministerium seit 30 Jahren.

Informationsfülle kann ja nicht nur ein Segen sein.
Deshalb setzen wir auf digitalen Fortschritt: Unser eigenes IT-Team hat „Ariadne“ entwickelt, eine Künstliche Intelligenz, die als Suchassistentin über alle unsere 14 Portale fungiert. Aktuell ist Ariadne als Beta-Version online, aber wir werden die Suchalgorithmen dahinter stetig trainieren. Die Ariadne-Erfahrungen wollen wir auch anderweitig einsetzen, zum Beispiel bei der ICF-orientierten Suche nach Hilfsmitteln. Was uns zudem vorschwebt, ist eine intelligente Assistenz, über die wir die Texte auf unseren Portalen in Leichte Sprache oder Gebärdensprache übertragen. Augmented Reality (AR) wird für uns ebenfalls ein Thema sein. Künftig könnte es beispielsweise möglich sein, an virtuellen Arbeitsplätzen in der Produktion oder der Verwaltung über AR technische Hilfsmittel einzubetten. Das ist zwar eher ein Thema für die nächste Projektlaufzeit ab 2021. Grundsätzlich aber gilt: Wir wollen in Sachen Digitalisierung Standards setzen, die Menschen mit Behinderung genauso wie Arbeitgebern die berufliche Teilhabe immer weiter erleichtern.

Digitalisierung 6/6

Wir. Hier.: So wichtig ist Videocontent (nicht nur) in der Krise

Wie lässt sich mit Backpulver eine Toilette putzen? Wie funktioniert ein Taschenwärmer Marke Eigenbau? Und wie bastelt man mit kleinem Geld und geringem Aufwand einen Mund-Nasen-Schutz? Antworten darauf gibt es in den Videos, die die IW Medien seit 2019 für „Wir. Hier.“ dreht, eine Kampagne der Chemieverbände Rheinland-Pfalz.

„Wir. Hier.“ unterstützt die Mitarbeiterkommunikation der Chemiearbeitgeber, soll aber auch Menschen außerhalb von Chemie-, Pharma-, Lack- und Kunststoffindustrie erreichen. Seit dem Start 2017 konzipiert und erstellt die IW Medien Inhalte für die Webseite www.wir-hier.de und eine gedruckte Zeitung, die achtmal jährlich an knapp 40.000 Beschäftigte versandt wird. Für die ständige Weiterentwicklung der Kampagne, die im Frühjahr 2020 für drei Jahre verlängert wurde, braucht es ein Gespür für Trends. Und das hieß im abgelaufenen Geschäftsjahr eben: Videos.

Lifehack-Videos lösen ein Problem des Zuschauers

Inhaltlich und kommunikativ sind sie ein guter Weg, breitere Zielgruppen anzusprechen: „In unseren sogenannten Lifehack-Videos zeigen wir den Zuschauern chemische Lösungen für Alltagsprobleme“, erklärt Kevin Stark, Video-Producer der IW Medien. „Zum Beispiel führen wir vor, wie man mit Backpulver hartnäckige Verschmutzungen in Bad und Küche wegkriegt.“

Lifehack-Videos bieten Nutzern einen Service, indem sie visuell Informationen vermitteln und einfach Schritt für Schritt nachgemacht werden können. „Das tragende Element aber ist: Die Lösung! Der ‚Hack‘ hat mit Chemie zu tun. Und deshalb strahlt der Inhalt auf die Branche hinter dem Video ab“, sagt Stark.

Mehr als 200.000 Aufrufe verzeichnen alle Lifehacks auf dem „Wir. Hier.“-Youtube-Kanal bislang, Tendenz steigend. „Wichtig bei der Themensetzung ist, dass wir möglichst aktuell sind“, sagt Stark. Welche Probleme oder Ängste haben die Menschen und welche Lösung kann „Wir. Hier.“ bieten? Naheliegend ist das in der Corona-Krise: Wer sich um seine Gesundheit sorgt, findet bei „Wir. Hier.“ neben der Gesichtsmasken-Bastelanleitung eine für selbstgemachtes Desinfektionsmittel:

Bedeutung von Videocontent wächst

Corona könne auch insgesamt die Bedeutung von Videocontent in der Verbands- und Firmenkommunikation stärken, sagt Clara Walther, Teamleiterin Video & Social Media bei der IW Medien: „Viele Menschen arbeiten im Homeoffice, der direkte Austausch ist auf ein Minimum reduziert. Doch das Bedürfnis der Menschen nach seriösen Informationen und authentischer Ansprache bleibt – und ist angesichts von Fake News und verbreiteter Unsicherheit vielleicht größer denn je. Videos sind hier eine Lösung.“ Als Beispiel nennt sie den Geschäftsführer, der seinen kurz- oder heimarbeitenden Beschäftigten in der Krise Mut machen will.

Mehr dazu in Walthers Beitrag für den neuen IW Medien-Blog.

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Wir bleiben in Verbindung: Wie, wo und mit wem sich das IW einbringt und vernetzt

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IW connected 1/8

Brown-Bag-Seminare: Prominente Gäste im Institut

Ihren Namen haben sie von den braunen Papiertüten, in denen die Besucher gewöhnlich Essen und Getränke mitbringen, so jedenfalls haben sich die Brown-Bag-Seminare in den USA etabliert. Am IW trägt die interne Veranstaltungsreihe freitäglich um 14 Uhr zwar auch diesen Namen – allerdings wird regelmäßig beklagt, dass kaum ein Teilnehmer etwas isst.

Geistige Nahrung gibt es dafür reichlich: Wöchentlich berichten IW-Wissenschaftler von aktuellen Forschungsfragen oder Projekten, hinzu kommen hochkarätige Gäste, die Impulse von außerhalb der Volkswirtschaft und mitunter auch abseits der Wissenschaft geben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr zählte dazu der ehemalige Außenminister Sigmar Gabriel, der über die schwindende Empathie in der neuen politischen Ordnung Deutschlands und Europas sprach. Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) plädierte für die fortgesetzte Subventionierung des Agrarsektors und verwies darauf, nur so könne der ländliche Raum gefördert und gegen Populisten gestärkt werden.

Soziologen-Doppelspitze

Deutschlands einflussreichste Soziologin Jutta Allmendinger, Direktorin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, referierte aktuelle Erkenntnisse und eigene Erlebnisse zur Frauenförderung in der Wissenschaft. Ihr männliches Pendant, LMU-Professor Armin Nassehi, war einige Wochen später ebenfalls Gast im Brown-Bag-Seminar. Sein Thema: Für welches Problem ist die Digitalisierung eine Lösung? „Diese Seminare erweitern den Horizont und geben uns wichtige Themenimpulse“, sagt Markos Jung, der als Persönlicher Referent von IW-Direktor Michael Hüther verantwortlich für die Organisation der Seminarreihe ist: „Wir festigen unsere Verbindungen zu anderen Instituten und Disziplinen – und lernen auch intern stetig voneinander.“

In der Corona-Krise sind die Brown-Bag-Seminare vorübergehend ins Digitale gewandert: Auch weiterhin geben wechselnde Referenten Perspektiven auf die Krise und darüber hinaus. Wenn es zum Beispiel um die Corona-Folgen am Finanzmarkt oder für die Konjunktur geht, schalten per Videokonferenz jede Woche bis zu 100 Teilnehmer ein. Beim ersten digitalen Brown-Bag verfolgten sogar knapp 200 IW-Mitarbeiter die Tipps der Kollegen vom KOFA zum Arbeiten im Homeoffice. Und sicherlich sinken bei ausgeschalteter Kamera nun auch die Hemmungen, mal etwas zu essen.

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Wissen verbindet: die IW Akademie

Masterstudiengang, Seminare und Design Thinking Workshops, eigene Forschungen: Die IW Akademie arbeitet mit einem wachsenden Angebot an ihrer Vision, „die führende Akademie zur Vermittlung psychologischer, ökonomischer und ethischer Kompetenzen für die Wirtschaft in Deutschland“ zu werden. Neben Firmen und Studierenden hat sie im abgelaufenen Jahr auch Verbindungen etwa zu einer Montessori-Schule geknüpft. Ein Rückblick in Tweets:

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ILERA-Europakongress 2019: Die Zukunft der Arbeitsbeziehungen

Geht es um den wissenschaftlichen Austausch über Arbeitsbeziehungen, sind die Beziehungen zwischen Gewerkschafts- und Arbeitgeberseite traditionell gut. Anfang September 2019 hat die International Labour and Employment Relations Association (ILERA), eine Tochter der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, ihren Europakongress in Düsseldorf abgehalten. Die ILERA versteht sich als Netzwerk für den wissenschaftlichen Austausch, ihre mehr als 900 Mitglieder in 36 Regionalorganisationen bilden die Spitze des Forschungsfelds.

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Engagierte Diskussion IW-Tarifexperte Hagen Lesch und IG-Metall-Vize Christine Benner. Foto: GIRA/Lars Opaterny

Alle drei Jahre hält die ILERA einen Weltkongress ab und in derselben Taktung wechselnde Regionalkongresse. Am jüngsten europäischen Kongress war das IW intensiv an Planung, Organisation und Durchführung beteiligt: Tarifexperte Hagen Lesch, Leiter des Kompetenzfelds Tarifpolitik und Arbeitsbeziehungen, und Christoph Schröder, Senior Researcher für Einkommenspolitik, Arbeitszeiten und -kosten, saßen im Scientific Board, das die eingereichten Papers bewertete und für Vorträge auswählte. Sandra Vogel, Senior Researcher für Industrielle Beziehungen, plante den Kongress im Vorbereitungskomitee mit.

Die insgesamt vierköpfige IW-Delegation, zu der noch Economist Helena Schneider zählte, referierte und diskutierte natürlich auch selbst, unter anderem zu den „Motiven von Unternehmen, an Tarifverhandlungen teilzunehmen“. Gemeinsam mit Thorsten Schulten vom gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut WSI der Hans-Böckler-Stiftung moderierte Lesch zudem die Podiumsdiskussion „What future for conflict partnership?“, an der IG-Metall-Vize Christine Benner sowie Peter Clever aus der BDA-Hauptgeschäftsführung teilnahmen.

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Gesundheitspolitik: Das IW im Dialog mit Ministern und Abgeordneten

Die Zukunft der Pflege in Deutschland geht uns nah – in Corona-Zeiten vielleicht so nah wie nie. Der zuständige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte sich schon vor Ausbruch der Krise aufgemacht, den Menschen das Thema auch buchstäblich nahezubringen: Im Bürgerdialog „Pflege sichern. Sicher pflegen.“ geht es um die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Pflegeversicherung, aber auch darum, welche Rolle pflegenden Angehörigen zukommt.

Zwar hat Corona die Veranstaltungsreihe vorerst unterbrochen. Noch im Februar aber diskutierte Spahn in Wernigerode, Düren und Landshut mit jeweils rund 250 Bürgern und einer Expertenrunde. Zu Letzterer zählt Jochen Pimpertz, Leiter des IW-Kompetenzfelds Öffentliche Finanzen, Soziale Sicherung, Verteilung. Eindrücke aus Düren hat das Ministerium in einem Video gesammelt:

 

Jochen Pimpertz und Susanna Kochskämper, Senior Economist für Soziale Sicherung, waren im vergangenen Geschäftsjahr auch im Bundestag aktiv. Pimpertz nahm im September 2019 an einer Anhörung des Gesundheitsausschusses zum Nebeneinander von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung teil, Kochskämper referierte im selben Ausschuss im Mai 2019 zur Reform der Pflegeversicherung.

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Connected auf Konferenzen: Wie sich Wissenschaft vernetzt

Narrative ökonomischer Ungleichheit

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Mürrischer Diskutant (r.): das abendliche Podium an der NRW School of Governance. Foto: Alexandra Roth

Der 3. Dezember 2019 stand an der NRW School of Governance ganz im Zeichen der Ungleichheit. Die im Rahmen der Exzellenzförderung entstandene politikwissenschaftliche Professional School der Universität Duisburg-Essen hatte zu einem Workshop sowie einer prominent besetzten Abendveranstaltung geladen. Auf einem der nachmittäglichen Panels trugen die IW-Ökonomen Judith Niehues und Matthias Diermeier vor. Ihr Thema: „Ungleichheits-Schlagzeilen in der Bild-Zeitung – ein Sprachrohr der Wertehierarchie?“ An der abendlichen Diskussionsrunde „Reichtum, Armut und Demokratie“ nahm Hans-Peter Klös teil, Geschäftsführer Wissenschaft des IW (Foto, 2. v. l.). Seine Worte kamen am – in mehrerlei Hinsicht – anderen Ende des Podiums augenscheinlich nicht gut an. Diesen Eindruck vermittelte Ex-Linken-Fraktionschef Gregor Gysi (r.) jedenfalls. Außerdem in der Diskussionsrunde: Moderatorin Ulrike Winkelmann, Miriam Rehm, Juniorprofessorin für Sozioökonomie an der Uni Duisburg-Essen, sowie Taylan Yildiz von der NRW School of Governance (v. l.).

 

Unternehmenstag 2019

Thema des Unternehmenstags „Erfolgsfaktor Familie 2019“ war „Vereinbarkeit ‚weiter‘ denken – individuellen Lebensentwürfen Rechnung tragen“: Auf der Veranstaltung mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) präsentierte IW-Direktor Michael Hüther den jüngsten „Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit“, bevor er mit Giffey und DIHK-Präsident Eric Schweitzer die Rahmenbedingungen für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie diskutierte. Die IW-Ökonomen Andrea Hammermann und Jörg Schmidt gestalteten einen Workshop zum Thema „Flexible Arbeitsorganisation – Erfolgsfaktoren und Herausforderungen“.

Verteilungskonferenz

Ein echtes Auswärtsspiel absolvierte IW-Direktor Michael Hüther am 17. Oktober 2019 bei der sogenannten Verteilungskonferenz des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), auf der unter dem Motto „Gerechter ist besser!?“ aktuelle verteilungspolitische Herausforderungen erörtert wurden. Hüther hatte auf der Veranstaltung in Berlin das Vergnügen, mit Peter Bofinger, dem längst gedienten Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, zur Frage „Ungleichheit: (K)ein Problem?“ zu diskutieren.

Dabei wurde einiges geboten – und obwohl man sich auf dem Podium nicht einig wurde, entstand am Ende ein gemeinsames Bild, das IW-Hauptstadtbüroleiter Knut Bergmann mit 12.000 Impressionen einen seiner reichweitenstärksten Tweets im Oktober 2019 bescherte.

IIPF-Kongress

IW-Verteilungsexperte Maximilian Stockhausen und sein Kollege Martin Beznoska (Fachgebiet: Finanz- und Steuerpolitik) haben im August 2019 an der 75. Jahrestagung des IIPF in Glasgow teilgenommen. Das International Institute of Public Finance ist eine weltweite Vereinigung von rund 750 Ökonomen mit Forschungsschwerpunkt öffentliche Finanzen. Beznoska stellte in einem Vortrag seine neuesten Ergebnisse zur optimalen Besteuerung von Ehepaaren vor, Stockhausen referierte über die Unterschiede in der intergenerationalen Einkommensmobilität in Deutschland und den USA. Neben kaltem Zahlenwerk gab es auch wärmendes Rahmenprogramm: Beide nahmen an einer geführten Tour durch die Clydeside Distillery teil und haushalteten streng bei der Verkostung von schottischen Single-Malt-Whiskys.

IW-Forschungsbeirat

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Der IW-Forschungsbeirat: Michael Hüther, Justus Haucap (Uni Düsseldorf), Hans-Peter Klös, Ursula Renold (ETH Zürich; oberste Reihe v. l.), Detlef Fetchenhauer (Uni Köln), Hubertus Bardt, Karl-Heinz Paqué (Uni Magdeburg), Bernd Fitzenberger (IAB; mittlere Reihe v. l.), Hilmar Schneider (IZA) und Jutta Allmendinger (WZB; untere Reihe). Foto: IW

Die Corona-Einschränkungen haben auch den IW-Forschungsbeirat getroffen: Ihre jüngste Sitzung im April 2020 hielten die Professorinnen und Professoren, die die Forschungsarbeit des IW begleiten und methodisch beraten, per Videokonferenz ab. Neu im Gremium ist Ursula Renold, Professorin für Bildungssysteme an der ETH Zürich.

Highlights aus dem IW-Büro Brüssel

Passend zum vorweihnachtlichen Konsumboom ist IW-Direktor Michael Hüther Mitte Dezember 2019 nach Brüssel gereist, um auch die CDU/CSU-Europaparlamentarier von Investitionen zu überzeugen: Kern seines Vortrags war, dass für unabdingbare Investitionen in Zeiten von Null- und Negativzinsen auch die Abkehr von der „Schwarzen Null“ angezeigt sein kann.

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Adventsstimmung: Michael Hüther mit den CDU-Abgeordneten Lena Düpont, Andreas Schwab, Jens Gieseke und Sven Schulze (v. l.). Foto: IW

Ende Januar 2020 hat das Brüsseler IW-Büro gemeinsam mit der Hanns-Seidel-Stiftung erstmals eine Diskussionsveranstaltung nach den Regeln einer „Oxford-Style-Debate“ organisiert: Unter der Überschrift „China und die Europäische Union: Partner oder Rivalen – Misstrauen oder Zuversicht“ lieferten sich drei Duos zu drei Themenblöcken einen Schlagabtausch pro und contra. Jürgen Matthes, Leiter des IW-Kompetenzfelds Internationale Wirtschaftsordnung und Konjunktur, beantwortete die Frage „Besteht Fairness im Wettbewerb zwischen China und Europa?“ mit Blick auf Markteintrittsbarrieren mit „Nein“, sein Widerpart war Philipp Maximilian Kemmler-Erdmannsdorffer vom chinesischen E-Auto-Start-up Nio.

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Pro und Contra: Jürgen Matthes (M.) mit der CSU-Europaparlamentarierin Angelika Niebler, Oliver Blank vom ZVEI, Sandra Parthie, Leiterin des IW-Büros in Brüssel, sowie Philipp Maximilian Kemmler-Erdmannsdorffer (Nio; v. l.). Foto: IW

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IW-Jahresempfang in Berlin: Kabarett und Kölsch

Der Abend vor Weiberfastnacht – in Köln werden Kostüme bereitgelegt und Kölsch wird kaltgestellt. In Berlin lädt das IW als Kölner Institut indes seit Jahren zu seinem Empfang. 2020 bedeutete das einmal mehr: volles Haus und spannende Gespräche bei kölschen Spezialitäten von Mett- und Blutwurstbrötchen über obergäriges Bier bis hin zu Krapfen/Berlinern/Pfannkuchen.

Aber auch: richtig gute Unterhaltung. Denn zum einen ließ es sich IW-Direktor Michael Hüther nicht nehmen, in seiner launigen Begrüßung die Diskussion um den von ihm vorgeschlagenen Investitionsfonds für Deutschland in karnevalistische Zusammenhänge anzustoßen. Unterstützung auf der Bühne erhielt er dabei vom behelmten „Investitionstrupp“ aus Berliner IW-Ökonomen: Holger Schäfer, Klaus-Heiner Röhl, Jörg Schmidt und Thomas Obst (zweite Videohälfte, v. l.):

Zum anderen gastierten Ralf Diemer und Markus Schubert als Kabarettduo „Rudi und Rudi“, am Flügel begleitet von ihrem Generalmusikdirektor Walter Schirnik. Das Publikum jedenfalls war begeistert. Einige Besucher, vermelden gut unterrichtete Kreise, sollen es übrigens geschafft haben, pünktlich um 11:11 Uhr am Folgetag in Köln weiterzufeiern.

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IW engagiert: Mit Hoffnung ins neue Jahr gestartet

Seit vielen Jahren setzen sich Mitarbeiter des IW-Verbunds in der Arbeitsgruppe „IW engagiert“ in sozialen Projekten ein. Zum Jahresauftakt 2020 unterstützten sie den Neujahrsbrunch des Vereins „Heimatlos in Köln“. Bereits in den frühen Morgenstunden brachten sie Spenden aus dem IW zur Alten Feuerwache im Kölner Agnesviertel. Neben den 60 Geschenkbeuteln, die die Freiwilligen in der Vorweihnachtszeit gebastelt und gepackt hatten, konnten sie zahlreiche Sachspenden wie Rucksäcke an die Obdachlosen und sogar einen Laptop an den Verein übergeben. Im Akkord schmierten die Freiwilligen Brötchen, dekorierten Tische und teilten selbstgebackenen Kuchen, Kaffee, Suppen und andere Speisen aus.

Zu Klängen des Liedermachers Wolfgang Hildebrandt sowie des Streetworkers Franco Clemens kamen Obdachlose und andere Bedürftige untereinander und mit den ehrenamtlichen Helfern ins Gespräch. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann, der die Schirmherrschaft für den Brunch übernommen hatte, mahnte an, dass der Staat Bedürftige besser unterstützen müsse.

„Mich hat gerührt, wie schick sich manche Gäste für den Anlass gemacht haben“, sagt Sonja Mertens von IW engagiert, im Hauptberuf Sachbearbeiterin im Corporate Center des IW. „Ein Bedürftiger hat sich herzlich für den großartigen Tag bedankt und mir stolz berichtet, er habe auch einen Euro in die Spendendose geworfen. Ein Euro ist für ihn verdammt viel Geld. Ich hingegen mache mir über so einen Betrag kaum einen Kopf – das bringt mich zum Nachdenken.“ IW-Praktikantin Paula Hüttl bewegte besonders die Geschichte einer Besucherin, die nach einem Jahr Obdachlosigkeit wieder eine Wohnung gefunden hat. „Ihre Hunde haben sie auf der Straße beschützt. Weil jedoch viele Obdachlosenunterkünfte keine Hunde zulassen, hat sie tagelang bei Wind und Wetter auf einer Parkbank geschlafen, um ihre Hunde nicht zu verlieren.“

IW connected 8/8

Kunden, Kaffee und Kartoffelsuppe: der Arbeitgebertag 2019

„Rund 1.500 Gäste, 11 Redner und 35 Sponsoren haben rund 400 Liter Kartoffelsuppe verspeist.“ Das ist die augenzwinkernde Bilanz der ausrichtenden BDA zum Arbeitgebertag 2019 – dem „wichtigsten Kongress der gesamten deutschen Wirtschaft“. Mitte November 2019 kamen wie jedes Jahr sämtliche Spitzenvertreter der deutschen Wirtschaft mit der Politik zusammen. Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel sprachen etwa Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Finanzminister Olaf Scholz, Grünen-Parteichefin Annalena Baerbock und der FDP-Vorsitzende Christian Lindner.

Aus Sicht der IW Medien wäre die genannte Bilanz noch zu ergänzen um rund 600 Becher mit Kaffee, Cappuccino und anderen koffeinhaltigen Konzentrationshelfern: Die Agentur war diesmal mit einem Kaffeemobil vor Ort. „Mit wichtigen Partnern und Kunden wollten wir bei einer guten Tasse Kaffee ins Plaudern kommen“, erläutert IW Medien-Geschäftsführer Axel Rhein die Idee dahinter. Seine Ausschank-Bilanz: „Wieder viel erfahren, wichtige Projekte besprochen und neue Kontakte geknüpft.“ Einen Videorückblick auf den Tag hat die BDA erstellt:

Zahlen & Fakten

Resonanz, Ressourcen, Reputation: die wichtigsten Daten zum IW-Verbund

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Zahlen & Fakten 1/1

Zahlen, bitte: Wie Wissenschaft wahrgenommen wird

Wie kommen die Themen des IW in der Öffentlichkeit an? Und wie gelingt dem Institut die Vernetzung in den Sozialen Medien? In diesem Kapitel finden Sie Zahlen zur Entwicklung der Medienresonanz off- und online. Außerdem erhalten Sie die wichtigsten Angaben zu Publikationen, Projekten, Lehrtätigkeiten und Gremienmitgliedschaften bequem zum Herunterladen und Stöbern.

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Erwähnungen in den Medien

2 2018 & 2019

Rang im Institutsvergleich

2018 209

Radiohörer in Mio.1

2019 273 2018 235

TV-Zuschauer in Mio.2

7553 2018 9625 2019

Twitter-Follower

2018 3185

Facebook-Abonnenten

2018 632

LinkedIn-Follower

2018 253

Publikationen IW e.V.3

801 2018

Vorträge IW e.V.4

1 Panel: Deutschlandfunk, DeutschlandRadio Kultur, B5 aktuell, hr-info, mdr aktuell, ndr-info, swr-info, WDR2, WDR5, rbb-Inforadio; ab 1.3.2018 Panel HF: Deutschlandfunk, B5 aktuell, NDR info, WDR 2, WDR 5, rbb-Inforadio, SWR3, 1Live, Bayern 1, NDR 2, WDR 4, Bayern 3, NDR 1 NS/Radio MV/Welle Nord, SWR1 BW/RP, SWR4 BW/RP, N-Joy, hr3, mdr Jump, mdr Sachsen
2 Panel: ARD, ZDF, die dritten Programme, Phoenix, RTL, n-tv, N24, SAT.1
3 IW-Publikationsreihen plus Gutachten; Direktion und Wissenschaftsbereich
4 Direktion und Wissenschaftsbereich

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